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Flugsicherheit: Arbeitsgruppe präsentiert Abschlussbericht nach Germanwings-Drama

Helfer beim Einsatz an der Absturzstelle: Hier war der Airbus A320 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den Bergen zerschellt.

Helfer beim Einsatz an der Absturzstelle: Hier war der Airbus A320 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den Bergen zerschellt.

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dpa

Berlin -

Die nach der Germanwings-Katastrophe im März 2015 eingerichtete Arbeitsgruppe zur Flugsicherheit empfiehlt, das Schließsystem von Cockpittüren kurzfristig nicht zu verändern. Langfristig regen die Experten jedoch an, bei der Neuentwicklung von Flugzeugen über eine Schleuse zwischen Kabine und Cockpittür sowie Toiletten im geschützten Bereich nachzudenken. Das geht aus dem am Mittwoch präsentierten Abschlussbericht der Taskforce hervor.

Cockpittüren waren nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 verstärkt und zusätzlich mit einem elektronischen Zugangscode gesichert worden, um ein unerlaubtes Eindringen unbefugter Personen zu verhindern. Genau dies wurde den Insassen des Germanwings-Fluges am 24. März höchstwahrscheinlich zum Verhängnis: Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Copilot seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht. Damals kamen 150 Menschen ums Leben, darunter viele Deutsche. Der 27-jährige Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine hatte nach Überzeugung der Ermittler psychische Probleme und Suizidgedanken.

Anlaufstellen haben sich bewährt

Aus Sicht der Taskforce haben sich Anlaufstellen bewährt, an die sich Besatzungsmitglieder wenden können, wenn sie bei sich selbst oder bei Kollegen psychische Probleme feststellen und Beratung suchen. Dieses Präventions- und Hilfsangebot gelte es weiter zu stärken und europaweit verbindlich zu machen. Außerdem sollten Fluggesellschaften und deren Bordpersonal noch mehr für psychische Erkrankungen sensibilisiert werden, hieß es in dem Abschlussbericht.

Kein einheitliches Meinungsbild ergab sich beim Thema Zufallskontrollen von Piloten auf den Konsum von Medikamenten, Drogen und Alkohol. Für derartige Stichprobentests gibt es zurzeit nach Darstellung des Bundesverkehrsministeriums weder europaweit noch in Deutschland eine Rechtsgrundlage. In den USA und Australien haben sich Zufallskontrollen demnach in der Vergangenheit bewährt.

Der Arbeitsgruppe unter dem Dach des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) gehören Fluggesellschaften, Piloten, Flugbegleiter, Hersteller sowie psychologische und psychiatrische Sachverständige und Flugmediziner an. (dpa)