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Zwei Menschen sterben: Tödlicher Unfall auf A57 – führt die Spur zur Geldautomaten-Bande?

Nach einem Verkehrsunfall mit zwei Toten und einem Schwerverletzten auf der A57 prüft die Polizei einen Zusammenhang mit dem Einbruch.

Nach einem Verkehrsunfall mit zwei Toten und einem Schwerverletzten auf der A57 prüft die Polizei einen Zusammenhang mit dem Einbruch.

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dpa

Kamp-Lintfort -

Die drei Männer müssen sehr schnell unterwegs gewesen sein. Sie rasten in ihrer dunklen Limousine auf der Autobahn 57 durch die Nacht Richtung Niederlande,wie die Polizei am Montag feststellte. Ein Polizeiwagen sei den Männern nicht auf den Fersen gewesen. Gegen 3.30 Uhr auf der A57 bei Kamp-Lintfort passierte es.

Das Auto kam von der Fahrbahn ab. Bevor es stark demoliert neben einem Regenwasserbecken liegen blieb, wurde es über die Leitplanke und die drei Männer aus dem Wagen geschleudert. Einen fand die Polizei tot im Wasser, der zweite starb nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus und der dritte liegt dort schwer verletzt. Er konnte noch nicht vernommen werden. Dass die Umstände dieses Unfalls nicht nur einfach tragisch sind, wurde den Ermittlern recht schnell klar.
Das Auto war gestohlen, ebenso die Nummernschilder. In dem Wagen lagen fabrikneue Handys. Kurz vor dem Unfall hatten Unbekannte um 3.16 Uhr in einem Mobilfunkgeschäft in Krefeld eingebrochen. Für die Ermittler liegt es nahe, dass die drei Männer wahrscheinlich die Einbrecher waren.

Steckt die „Audi-Bande“ dahinter?

Schnelles Auto, dunkle Farbe, Einbruch in einen Telefonladen, Fahrtrichtung Niederlande - sind das Hinweise auf die sogenannte „Audi-Bande“, die Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen in die Luft jagen soll? Den Namen haben die Täter wegen der schnellen dunklen Limousinen, mit denen sie flüchten.

Spektakulär war die Verfolgungsjagd Anfang September, bei der Tatverdächtige mit mehr als Tempo 250 Richtung Niederlande entkommen waren. Seitdem weiß die Polizei, „dass wir es hier mit einem sehr rabiaten und brachialen Fluchtverhalten zu tun haben“, wie ein LKA-Sprecher sagte.

Für die Polizei gibt es aber nicht die eine Bande, sondern mehrere Täter-Gruppen mit dem gleichen Tatmuster: Sie kommen von den Niederlanden über die Grenze, agieren in den frühen Morgenstunden - und zwar sehr schnell - und flüchten mit PS-starken, dunklen Limousinen.

Dass diese Gruppen auch Blitzeinbrüche verübt haben, auch auf einen Telefonladen, weiß die Polizei. „Aber jetzt einfach zu sagen, das war letzte Nacht auch ein Telefonladen, das sind die Täter - so weit sind wir noch nicht, das wird geprüft“, sagte der LKA-Sprecher. Zumal die Polizei in Krefeld gar nicht von einem Blitzeinbruch spricht.

Der Einbruch in Krefeld und der tödliche Unfall sind ein Fall für die Sonderkommission „Heat“ im Landeskriminalamt. Die wird sich die Ereignisse näher ansehen - und einen DNA-Abgleich mit gesicherten Spuren aus einer früheren Automaten-Sprengung vornehmen.


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