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Beethoven-Marathon: Ein Marathon voller Musizierfreude

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Musik lag in der Luft. Dafür sorgte Milene & Band, Preisträgerin des Panikpreises der  Udo-Lindenberg-Stiftung, am Bottlerplatz.Foto: Martin Magunia
Wer am Samstagvormittag den Kinderfingern, die begehrlich auf die Schaufenster des Kaufhofs in der Remigiusstraße in Bonn zeigten, folgte, staunte nicht schlecht. Kinder an Basteltischen hatten die unbeweglichen Schaufensterpuppen verdrängt.  Von
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Wer am Samstagvormittag den Kinderfingern, die begehrlich auf die Schaufenster des Kaufhofs in der Remigiusstraße in Bonn zeigten, folgte, staunte nicht schlecht. Kinder an Basteltischen hatten die unbeweglichen Schaufensterpuppen verdrängt. Mit Tonkarton, Scheren und Stiften bastelten sie Musiknoten und setzten so im Rahmen des „Beethoven-Marathons“ ein Zeichen für den Bau des Beethoven-Festspielhauses. Die „Bürger für Beethoven“ hatten den Marathon zusammen mit den „Fest.Spiel.Haus.Freunden“ auf die Beine gestellt, um für Unterstützung für den Neubau in der Rheinaue zu werben.

Dass es sich dabei um einen besonderen Marathon handelt, erklärte Dr. Monika Wulf-Mathies, Vorsitzende der „Fest.Spiel.Haus.Freunde“ bei der Eröffnung auf dem Remigiusplatz : „Heute laufen wir nicht mit den Beinen, sondern mit den Händen und allen anderen Gliedern, die man zum Musizieren brauchen kann.“ Auf Bühnen am Remigius- und Bottlerplatz stimmten mehr als 200 Musiker aller Klangrichtungen für das Beethoven-Festspielhaus. Von 11 bis 20 Uhr erklang von Klassik über Rock und Pop bis hin zu Karnevals- und Volksmusik musikalische Vielfalt in der Bonner Innenstadt.

Den musikalischen Startschuss gab auf dem Remigiusplatz das „Felicitas-Quartett“, während die Wochenendbummler auf dem Bottlerplatz dem Akkordeonorchester Wesseling lauschten. „Wir haben ein großes Ziel.“, erklärte

Manfred Jung, Vorsitzender der „Bürger für Beethoven“. „Wir wollen zum 250. Geburtstag Beethovens ein akustisch-architektonisches Festspielhaus von Weltrang errichten.“

Engagement im Gedenken an den Komponisten Ludwig van Beethoven hat Tradition in dessen Geburtsstadt. Schon vor mehr als 150 Jahren setzten sich Bonner für den Bau des Beethoven-Denkmals und den Erhalt des Geburtshauses ein. Der „Beethoven-Marathon“ bewährte sich bereits in den 1990er Jahre bei der Wiederbelebung des Beethoven-Festes. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir es schaffen.“, sagte Mitorganisator Stephan Eisel. Die Resonanz der Besucher sei „überwältigend“ Grund für Optimismus bot neben dem unermüdlichen Engagement der Bürger der am Freitag von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch vorgelegte Finanzierungsplan für die Konzerthalle, nach dem sie errichtet werden könnte (die Bonner Rundschau berichtete). Jung sagte, endlich habe sich die Verwaltungsspitze deutlich zur Realisierbarkeit des Festspielhauses s bekannt. Er forderte die Stadtratsfraktionen auf, das Engagement der Verwaltung, des Mittelstands und der breiten Bonner Öffentlichkeit, dies dieses Zukunftsprojekt unterstützten, zu würdigen und zu fördern.

Vom wirtschaftlichen Mehrwert ist Wolfgang Grießl, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und Initiator der Spendenaktion „5000 mal 5000 für Beethoven“, überzeugt: „Wir brauchen eine Marke. Beethoven ist hier geboren, das kann uns keiner nehmen.“

Frau Botzky haben die „Bürger für Beethoven“ bereits überzeugt. Die 98-Jährige ist in Bonn geborgen und war ihr Leben lang musikalisch aktiv. Sie argumentierte: „Eine bessere Akustik wäre schon schön.“ Während sie sich im Eingang zum Kaufhof am Münsterplatz wieder den Jazzern von „Semmels Hot Shots“ zuwandte, saß nur wenige Meter entfernt die achtjährige Charlotte im Schaufenster des Kaufhauses und bemalte eine Note aus blauem Glitzerpapier. Neben ihr blickte eine Beethoven-Statue auf das bunte Treiben des „Beethoven-Marathons“.

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