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Berufseignungstests: Schulen reagieren auf die Ergebnisse

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Die Meckenheimer Handwerksbetriebe überreichten den Schülern die Zertifikate.  Foto: Homey
Nicht alle finden Mathematik so „cool“, wie die Meckenheimer Realschüler Melissa, Nicole, Nadine und Alexandra. Für die meisten ist das Thema Rechnen vielmehr anstrengend, weiß Thomas Radermacher von der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg. Von
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Meckenheim

Nicht alle finden Mathematik so „cool“, wie die Meckenheimer Realschüler Melissa (15 Jahre), Nicole (15), Nadine (14) und Alexandra (16). Für die meisten ist das Thema Rechnen vielmehr anstrengend, weiß Thomas Radermacher von der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg. Das habe sich jetzt in den Ergebnissen des Berufs-Eignungstests Handwerk niedergeschlagen, sagte der Kreishandwerksmeister gestern bei der Rückgabe der zwölfseitigen Tests und der Verteilung der Zertifikate im Pädagogischen Zentrum an der Königsberger Straße. So empfahl der Schreinermeister Radermacher generell zu einer Vertiefung und Wiederholung von Grundrechenarten, die später im Beruf dringend benötigt, aber längst nicht von allen Teilnehmern beherrscht würden.

Der Eignungstest den insgesamt 119 Neuntklässlern der Geschwister-Scholl-Hauptschule und der Theodor-Heuss-Realschule im Dezember ablegten, soll den Jugendlichen helfen zu ermitteln, ob sie sich für eine Ausbildungsplatz im Handwerk eignen. „Der Test soll euch nicht piesacken, sondern eine Orientierungshilfe geben“, betonte Radermacher.

An der vom Berliner Bundesverband des Holz- und Kunststoff verarbeitenden Handwerks entwickelten Befragung hatten im November rund 15 000 junge Menschen in ganz Deutschland teil genommen. Die Fragen decken die Themen Rechnen, räumliches Vorstellungsvermögen, physikalisches Grundverständnis, Rechtschreibung und Allgemeinwissen ab, aber auch die Konzentrationsfähigkeit der Jugendlichen wird geprüft.

„Eure Ergebnisse liegen ungefähr im Bundes-Durchschnitt“, teilte Thomas Radermacher den Schülern und Lehrern sowie den Schulleitern Claudia Hesseler (Realschule) und Peter Hauck (Hauptschule) mit. Um den Nachholbedarf in den Bereichen Rechtschreibung, Allgemeinwissen und vor allem Rechnen kümmern sich die Schulen, denen die Testergebnisse seit Januar bekannt sind: Hauptschulleiter Hauck hat in der neunten Klasse vier Mathe-Förderstunden pro Woche eingerichtet. Zusätzlich teilte er die Schüler von ursprünglich zwei Mathematikklassen auf drei auf, so dass an jedem Kursus nicht mehr als zwölf Schüler teilnehmen. „Wir sind mit der Entwicklung der Schüler über die vergangenen Jahre zufrieden“, bilanzierte Hauck, dessen Schule sich seit vier Jahren an dem Test beteiligt.

Zusätzlich zur Wiederholung des theoretischen Wissens will die Realschule in Zukunft Basisarbeit leisten und mehr wiederholen, wie beispielsweise den im Test verlangten Dreisatz, Flächenberechnung und den Satz des Pythagoras, kündigte Rektorin Hesseler an. „Die Schüler haben das zwar irgendwann mal in der fünften und sechsten Klasse gelernt, doch ist das in der neunten Klasse oft nicht mehr präsent“, bilanzierte Radermacher. Der Schreinermeister riet den Schülern, die Tests zur Dokumentation von Motivation und Kenntnissen bei Bewerbungen beizulegen. Zu einer bewussten Reflexion der Ergebnisse forderte Martin Weihsweiler von der Firma Degen Bedachungen auf: „Sonst bringt der Test nichts.“ Die Rektoren dankten den Meckenheimer Handwerksbetriebe, die unter dem Dach des Meckenheimer Verbundes den Eignungstest ausgerichtet hatten: Beteiligt waren Metallbau Hardy, Degen Bedachungen, Sanitär- und Heizungsbau Schweiss, die Glaserei Harwardt und die Schreinerei Radermacher.

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