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Bombenalarm in Bonn: Erste Festnahme nach Bombenfund

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Polizisten untersuchen am Montagabend im Hauptbahnhof in Bonn die Gleise. Foto: dpa
Nach dem Fund einer verdächtigen Tasche auf dem Bonner Hauptbahnhof hat die Polizei einen mutmaßlichen Bombenleger festgenommen. Es handelt sich um einen gebürtigen Somalier aus der Bonner Islamistenszene. Ob die Bombe hätte explodieren können ist noch unklar.
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Sicherheitskreise haben eine erste Festnahme im Zusammenhang mit dem Bonner Bombenalarm am Montag bestätigt. Die Behörden hätten einen gebürtigen Somalier mit dem Namen Omar D. festgenommen, hieß es am Dienstag. Der Mann sei in der Bonner Islamistenszene sehr bekannt. Laut „Focus“ wurde er in der Bonner Innenstadt kurz nach 13.30 Uhr festgesetzt.
Omar D. sei von Jugendlichen identifiziert worden. Gegenwärtig werde überprüft, um er tatsächlich am Tatort auf dem Bonner Hauptbahnhof war. Dies werde anhand von Telefondaten ermittelt.
Nach dpa-Informationen spricht einiges dafür, dass die Täter aus dem internationalen Dschihadismus kommen. Beide seien in der Bonner Islamistenszene sehr bekannt. In Sicherheitskreisen wird vermutet, dass der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt am Nachmittag die Ermittlungen übernehmen.
Die Sicherheitsbehörden gehen offenbar von zwei Tätern aus. Noch ermittelt die Bundesanwaltschaft nicht wegen des Bombenalarms. „Wir sind am Informationsaustausch beteiligt“, sagte ein Sprecher lediglich. Die Ermittler in Karlsruhe können nur in bestimmten Fällen Verfahren an sich ziehen, unter anderem beim Verdacht auf terroristische Gewalttaten.

Hätte die Bombe explodieren können?

Nach dem Bombenalarm im Bonner Hauptbahnhof ist weiter unklar, ob eine Gefahr von der auf einem Bahnsteig entdeckten herrenlosen Tasche ausging. Es hätten sich darin mehrere mit Pulver gefüllte Metallbehälter befunden, ein Zünder wurde zunächst nicht entdeckt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ob diese Konstruktion auch hätte explodieren können, werde noch geklärt. Das Material aus der Tasche werde nun weiter untersucht, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei.

Fund in Dortmund im September

Im September war an einer S-Bahn-Strecke in der Innenstadt von Dortmund auch schon ein verdächtiges Metallteil gefunden worden. Auch damals rückten Sachverständige von Landeskriminalamt und Bundespolizei an. Ein Sprecher der Dortmunder Polizei sagte am Dienstag, das Teil sei an einem sicheren Ort gesprengt worden. Ob es gefährlich gewesen sei, könne er nicht sagen.

Ein Kölner Polizeisprecher betonte, es sei viel zu früh, um zu sagen, ob der Vorfall in Bonn in irgendeinem Zusammenhang zu anderen Funden stehe. Bernhard Witthaut, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), bat die Bevölkerung um Aufmerksamkeit bei verdächtigen Gegenständen. „Wir müssen leider immer wieder damit rechnen, dass so etwas gerade an Bahnhöfen passieren kann“, sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix. „Deutschland ist nach wie vor ein Angriffsziel von dem ein oder anderen Terroristen. Deswegen bitte ich auch wirklich alle, wenn sie so eine Tasche, einen Koffer sehen, lieber einmal mehr anzurufen, als auf einen Anruf zu verzichten.“
Der Bahnverkehr in Bonn lief am Dienstag wieder normal. „Jetzt ist wieder business as usual“, sagte ein Bahnsprecher in Düsseldorf. Unmittelbar nach dem Bombenalarm war der Hauptbahnhof am Montag für mehrere Stunden gesperrt worden. (dpa)

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