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Grafenwerth: Streit um die Insel-Gastronomie

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Der Biergarten auf  der Insel Grafenwerth ist ein echter Renner.   Foto: Archiv
Ungemach droht dem Gastronomen Hermann Nolden: Die Stadt will den Pachtvertrag für das Insel-Café auf Grafenwerth kündigen. Der Wirt zeigt sich angesichts der Entscheidung enttäuscht und verwirrt.
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Gastronom Hermann Nolden, seit Mitte der 80er Jahre mit dem Insel-Café und dem brummenden Biergarten auf Grafenwerth gut im Geschäft, ist seit ein paar Jahren auch im benachbarten Königswinter tätig, und zwar bei gleich zwei Prestigeprojekten, der Villa Leonhart und dem Drachenfelsplateau (siehe Kasten).

Ungemach droht dem Gastronomen aber nun ausgerechnet in Bad Honnef, denn die Stadt will den Pachtvertrag für das Insel-Café kündigen. Oder sie hat es sogar schon getan. Aber da gehen die Meinungen auseinander.

„Ich habe die Kündigung vor Weihnachten unterschrieben“, sagte Bad Honnefs Beigeordneter Bernd Josef Vedders gestern der Rundschau und sprach von einer „vorsorglichen Kündigung“. Die Kommunalpolitik habe nach rund 26 Jahren mal wieder für eine Ausschreibung des prominent gelegenen Lokals plädiert. Nolden könne sich mit einem neuen Konzept wieder bewerben.

Nur: „Mich hat bis heute keine Kündigung erreicht“, sagte Nolden auf Anfrage. Das hätte bis zum 31. Dezember 2012 passieren müssen. Nun verlängere sich der bis Ende 2013 laufende Pachtvertrag um weitere fünf Jahre, sagte der Gastronom, der sich zugleich enttäuscht und verwirrt zeigte über das Vorgehen in Bad Honnef. Vedders konnte gestern zunächst nicht sagen, wann und wie genau die Kündigung mit der Post rausgegangen ist. Das werde er am Montag als erstes klären.

Wie ein Ratsmitglied bestätigte, habe man zuletzt in Bad Honnef den Eindruck gehabt, Nolden konzentriere sich vor allem auf seine Projekte in Königswinter. So sei das Insel-Café (nicht der Biergarten) im Sommer meist geschlossen gewesen. Damit würden Touristen womöglich dauerhaft vergrault. „Das geht nicht, die fahren das nächste Mal direkt woanders hin.“

Hermann Nolden bei der Eröffnung des Glaskubus-Restaurants Ende November.
Hermann Nolden bei der Eröffnung des Glaskubus-Restaurants Ende November.
Foto: klodt

Nolden weist die Vorwürfe im wesentlichen zurück. Zwar sei das Café im Juli, August und September zu gewesen, aber schließlich sei der Sommer auch ausgefallen, und er müsse „als Unternehmer denken“ und wirtschaftlich rechnen. Und von Februar bis Ende Juni sei es durchgehend offen gewesen.

Vor allem aber zeigt sich der Gastronom enttäuscht über den Umgang mit ihm. Bis heute habe kein Politiker mit ihm gesprochen. Er aber habe das Insel-Café 1985 gepachtet, viel Geld investiert und es im Laufe der Jahre „zu dem gemacht, was es ist“. Nicht umsonst sei der Pachtvertrag immer wieder verlängert worden. Nolden hat nach eigener Aussage von der Stadt einen „harten letter of intent“ (verbindliche Absichtserklärung), dass er die Insel-Gastronomie zehn Jahre weiter betreiben dürfe.

 

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