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Swisttaler Schülerin: Amil Kebir bittet zu Tisch

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"Einen Löffel Reis bitte!": Amal Kebir lädt zum Dinner ein und hat auch noch ein gutes Gefühl dabei. Foto: Böschemeyer
Die Swisttaler Schülerin Amal Kebir lädt Freunde ein, um für "Speisen für Waisen" zu spenden. Einen Flyer der humanitären Organisation Islamic Relief mit deutschem Hauptsitz in Köln hat sie in die Hände bekommen. Von
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Bonn/Rhein-Sieg

Amal Kebir hat geschuftet mit ihrer Mutter in der Küche. Herausgekommen sind allerhand Leckereien vom duftenden Basmatireis bis zum Nudelsalat und gefüllten Teigtaschen. Und nun sitzt die Swisttalerin, die auf das städtische Gymnasium Rheinbach geht, mit Freundinnen und Freunden um einen schönen großen Tisch in der Nähe der Bonner Universität, verzehrt die gekochten Speisen und hat auch noch ein gutes Gefühl dabei.

"Die Idee fand ich toll"

Die 17-Jährige hat eingeladen zu diesem Essen, um Waisen zu helfen. Einen Flyer der humanitären Organisation Islamic Relief mit deutschem Hauptsitz in Köln hat sie in die Hände bekommen. "Die Idee fand ich toll. Gemeinsam etwas essen und anschließend für eine gute Sache spenden." Die erstmals durchgeführte Spendenaktion heißt "Speisen für Waisen". Damit wäre der Gedanke ziemlich klar umrissen. Nach dem Schmausen lässt Amal den Hut rumgehen.

Das Geld geht an Islamic Relief, die es weitergeben an 3500 Waisenkinder in Deutschland. In Berlin haben sie Prominente wie Frank-Walter Steinmeier oder Cem Özdemir an die Tische bekommen. Insgesamt, sagt Yasin Alder von Islamic Relief, gibt es deutschlandweit mehr als 200 Essen, alleine 40 davon im Großraum Köln/Bonn. Nicht übel für die erste Veranstaltung dieser Art.

Am Tisch von Amal Kebir ist es herrlich unprominent geblieben, aber durchaus nicht rein islamisch. Die Schüler und Studenten machen sich locker. Caroline Witz ist ebenso gekommen wie die Pharmaziestudentin Hanan Qassiti, die sagt: "Man kann sich nicht vorstellen, wie schwer es manche Menschen haben. Die Aktion zeigt doch, wie einfach es sein kann, anderen zu helfen." Es wirkt wie ein normales Essen, das aus Platzgründen in Räume verlegt wurde, die sonst der muslimische Rat der Uni Bonn nutzt.

Aber so ganz lässt sich die Idee hinter "Speisen für Waisen" in den Gesprächen beim Mahl nicht ausklammern. So erzählen die Muslime den Christen, was die gute Tat in ihrer Religion bedeutet. Dass sie eine Rolle auch nach dem Leben spielt und das Positive Bestand hat. Wie profan wirkt dagegen Geld: "Geld", sagt ein Gast am Tisch, "kommt und geht."

FASTENESSEN

Zugunsten der Lepra-Station Sao Jose hat die Christ-König-Gemeinde in Holzlar ein Fastenspeisen veranstaltet. Zuvor veranstaltete sie einen Gottesdienst mit Jugendchor in der Kirche. Das sogenannte Feijoada-Essen besteht aus Reis, Bohnen, Fleisch und Gewürzen und galt als preiswertes, aber nahrhaftes Mahlzeit der schwarzen Sklaven in Brasilien.

In Brasilien steht es beispielsweise in der von der Bonner Gemeinde monatlich unterstützten Leprastation regelmäßig auf dem Speiseplan.

Dort leben 6000 Menschen, meist Familienangehörige der vom Franziskanerorden behandelten Kranken. Die Partnerschaft zwischen Christ König und Sao Jose besteht seit nunmehr 31 Jahren. Mittlerweile arbeitet eine ehemalige Schülerin dort sogar als Lehrerin.

Dass der islamische Religionsstifter Mohammed selbst Waise war, erzählt Yasin Alder. Islamic Relief verfolge mit der Aktion mehrere Ziele. Natürlich will die Organisation bekannter und transparenter werden. Sie verfolgt aber auch die Idee der Zusammenkunft der Menschen, egal welcher Religionen, im wahrsten Wortsinne an einem Tisch. Die meisten Mitglieder der 1996 in Köln gegründeten deutschen Dependance seien zwar islamisch, "aber das ist ein Zustand, der sich ändern kann", meint Alder.

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