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In Rinnen: Nur 30 Prozent wollen Fernwärme

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In Nettersheim werden Haushalte seit einiger Zeit  mit Hackschnitzeln geheizt. Bislang ist das Interesse in Rinnen jedoch gering.  Foto: Hilgers
In Rinnen könnte ein anspruchsvolles Fernwärmeenergie-Projekt gemeinsam mit der Eifel Energiegenossenschaft entstehen. Doch derzeit zeichnet sich ab, dass es zu wenige Interessenten für das Vorhaben geben könnte. Von
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Rinnen

Rinnens Ortsvorsteher Lothar Maevis (FDP) ist enttäuscht. „Das ist eine einmalige Chance, die nicht mehr wieder kommt“, gibt er zu bedenken. Im Ort könnte nämlich ein anspruchsvolles Fernwärmeenergie-Projekt gemeinsam mit der Eifel Energiegenossenschaft (Eegon) entstehen.

Doch derzeit zeichnet sich ab, dass es zu wenige Interessenten für das Vorhaben geben könnte.

Rinnens „einmalige Chance“ besteht darin, dass in dem Ort demnächst die Kanalisation erneuert wird. Kostengünstig könnte man bei dieser Gelegenheit Fernwärmeleitungen verlegen.

Kostengünstige Wärmequelle

Und dann wäre es möglich, ähnlich wie es bereits in der Gemeinde Nettersheim mit viel Erfolg praktiziert wird, die Häuser kostengünstig durch die Verbrennung von Holzhackschnitzeln mit Wärme zu versorgen. Doch Lothar Maevis konnte bislang nur 30 Prozent der Anwohner davon überzeugen, dass sie damit eine zukunftsträchtige Investition tätigen können.

Johannes Pinn von der Eegon wirbt für Fernwärme.
Johannes Pinn von der Eegon wirbt für Fernwärme.
Foto:  Pesch

„Wir haben bis zu 140 Liegenschaften im Ort“, erläutert Maevis. Eegon-Geschäftsführer Johannes Pinn gehe davon aus, dass wenigstens 70 Prozent davon mitmachen müssten, damit sich ein solches Projekt richtig lohnen könne. Doch von einer solchen Zahl ist man derzeit noch weit entfernt. „Herr Pinn hat von mir insgesamt 49 Rückläufe bekommen, fünf davon waren nicht interessiert. Das Interesse ist nicht so groß, wie ich mir das erhofft hatte“, sagt er.

In Rinnen gebe es ein demografisches Problem. Auf den Dörfern wohnten immer mehr ältere Leute, darunter Personen, die nur zwischen 400 und 600 Euro monatliche Rente beziehen. „Die paar Jahre, die ich noch lebe, komme ich auch mit Öl hin“, habe er, so Maevis, vor diesem Hintergrund zu hören bekommen. „Das kann ich gut nachvollziehen, gebe aber zu bedenken, dass die Immobilien mit einer solchen Anlage aufgewertet würden“, sagt er. Und er ergänzt: „Ich kenne einen ehemaligen Kollegen, der in Nettersheim wohnt und dort an ein solches Netz angeschlossen ist. Der hat für 600 Euro ein ganzes Jahr lang ein Haus von über 150 Quadratmetern Wohnfläche geheizt.“ Maevis hat bereits einige Monate Arbeit in das Projekt investiert. „Ich habe an jeder Haustür geklingelt und eine Informationsveranstaltung gemacht“, sagt er enttäuscht.

Ortsvorsteher frustriert

Ortsvorsteher Lothar Maevis ist enttäuscht.
Ortsvorsteher Lothar Maevis ist enttäuscht.
Foto: Pesch

Der engagierte Ortsvorsteher ist frustriert: Eigentlich hätte der Neubau der Fremdwasserentsorgung zu 80 Prozent bezuschusst werden können, doch das Projekt sei auf die lange Bank geschoben worden. Jetzt würden nur noch 50 Prozent gefördert. „Die Leute hätten erheblich Geld sparen und in eine solche Anlage investieren können“, ärgert er sich. Wenn er mit dem Bürgermeister, „mit dem ich zusammen auf der Schulbank gesessen habe“, über dieses Thema reden wolle, blocke dieser ab.

Eegon-Geschäftsführer Pinn ist hingegen gelassener. Selbst wenn es jetzt nicht zum Fernwärmenetz Rinnen komme, habe die Eegon, für die ein solches Projekt ein Novum ist, dazu gelernt. So lasse sich der nun erstellte Haushaltsfragebogen, der in Rinnen verteilt wurde, auch bei anderen Projekten wieder nutzen.

Die Eifel-Energiegenossenschaft hätte die Anlage komplett finanziert. Wer mitmacht, müsste lediglich einen Grund- und einen Wärmepreis zahlen. Die Kunden könnten auch gerne Mitglieder der Genossenschaft werden, müssten es aber nicht. „Von unserer Philosophie her wäre das jedoch wünschenswert“, sagte Pinn.

Bis Ende Januar muss eine Entscheidung getroffen sein. In den nächsten zwei Wochen will Pinn interessierte Haushalte in eine Karte eintragen, um einen Überblick über deren Verteilung zu erhalten. Erst dann könne er sagen, ob das Projekt weiter verfolgt werden könne. Derzeit sind die Chancen dafür allerdings nicht sehr hoch. Steigen würden sie, wenn sich kurzfristig weitere Interessenten finden würden.

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