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Leerstände: Den Dörfern „Seele“ geben

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Vielen Dörfern in der Eifel droht der Verlust ihrer „Seele“. Ihnen werden Neubaugebiete „angeklebt“. Häuser, die seit Jahrhunderten das Dorfbild prägen, stehen leer. Die Bierhähne der Dorfkneipen sind versiegt. Die Jugend wandert ab.
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Kreis Euskirchen

Vielen Dörfern in der Eifel droht der Verlust ihrer „Seele“. Ihnen werden Neubaugebiete „angeklebt“. Häuser, die seit Jahrhunderten das Dorfbild prägen, stehen leer. Die Bierhähne der Dorfkneipen sind versiegt. Die Jugend wandert ab.

Ein Lichtblick ist der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Seit den 1990er Jahren rückte dabei verstärkt die zukunftsorientierte Entwicklung der Dörfer in den Mittelpunkt. Daran will das Projekt „Aktive Dörfer stärken“, das die Kreise Euskirchen und Düren sowie die Städteregion Aachen im Rahmen der LEADER-Initiative ins Leben gerufen haben, anknüpfen. LEADER ist ein EU-Programm, das sich der Entwicklung der ländlichen Wirtschaft widmet.

In Workshops, Dorf-Foren und Dorf-Gesprächen sollen Lösungsansätze initiiert werden. Voraussetzung sei die Teilnahme am Wettbewerb ,Unser Dorf hat Zukunft’ oder die Absicht, daran teilzunehmen, erklärt Kirsten Kröger vom Kreis Euskirchen, die mit ihrer Kollegin Sabine Conrad das Projekt betreut. Die Dorf-Foren sind als ganztägige Werkstätten für einzelne Dörfer konzipiert. Mit Fachleuten beleuchten die Akteure vor Ort besonders akute Themen. Es werden zunächst Stärken/Schwäche-Analysen zu verschiedenen Bereichen erstellt. Daraus sollen konkrete Ziele und Maßnahmen entwickelt werden. „Die Dörfer sollen sich als lebendige Dorfgemeinschaften weiterentwickeln“, sagt Kröger.

Herzstück des Projekts sind sechs Workshops zu verschiedenen Themen. Dort treffen sich Aktive aller Kommunen der „LEADER-Region Eifel“. Kröger und Conrad leiten die Workshops „Zukunft der Vereine“ und „Jugendfreundliche Dorfentwicklung“.

100 000 Euro stehen bereit

Beide Workshops werden mit Fachvorträgen beginnen. „Anschließend soll es eine Infobörse der Vereine geben“, erklärt Conrad. Vereine, die als Beispiel für eine gute Zukunftsplanung dienen, sollen ihre Erfahrungen teilen. Kirsten Kröger könnte sich ortsübergreifende Kooperationen zwischen Vereinen vorstellen. Im Kreis Düren kümmert sich Margarete Lersch, Leiterin des Sachgebiets Kreisentwicklung, um das LEADER-Projekt. Sie bereitet unter anderem den Workshop „Leerstandsmanagement“ vor.

„Die Leerstände in den Dörfern beginnen akut zu werden“, sagt sie. In Dahlem, so sagt eine Studie des Instituts für Geodäsie und Geoinformation der Uni Bonn, sind es 23 Prozent. „Einige Orte haben Dorfbörsen ins Leben gerufen. Im Internet werden dort die leer stehenden Häuser gezeigt“, weiß Margarete Lersch. Keine Stellplätze, niedrige Decken, geringer Wohnraum – die Häuser im Ortskern seien oft unattraktiv. Als Ferienhäuser für Städter aber, so Lersch, seien sie geeignet. „Im Zweifel muss man auch mal über einen Abriss nachdenken“, sagt sie. „Dann muss die Baulücke aber passend gefüllt werden.“

Rund 100 000 Euro stehen für „Aktive Dörfer stärken“ bereit. 55 Prozent fließen über LEADER aus EU-Töpfen. Den Rest steuern die Kreise Euskirchen, Düren und die Städteregion Aachen bei. (mjo)

 

 

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