Hellrot züngelten am Mittwochabend die Flammen aus Heu- und Strohballen einer Scheune an der Kessenicher Straße. Vernichtet wurden auch 40 Tonnen Elefantengras, das für den Kölner Zoo bestimmt war, wie gestern der Kölner Zoodirektor Theo Pagel bestätigte. „Wir müssen uns nach zwei neuen Ladungen Elefantengras umsehen. Unser Futterinspektor telefoniert jetzt bei den Anbietern herum, damit wir Ersatz für die ausgefallene Ladung bekommen. Hungern müssen unsere Elefanten nach dem Brand nicht.“
Dass die beiden Lastwagenladungen nun infolge des Brandes ausgefallen seien, stelle den Zoo nicht vor unlösbare Probleme, so Pagel, obwohl die zwölf Dickhäuter im weitläufigen Elefantengehege einen mächtigen Appetit hätten.
„Jedes der Tiere vertilgt täglich zwischen 100 und 150 Kilogramm von diesem speziellen Gras. Das ist so hart wie Schilfgras. Damit nutzen sich die Zahnreihen der Tiere in der richtigen Intensität ab.“
Durch den Brand ist nun eine Monatsration des speziellen Elefantenfutters verloren gegangen, das der Kessenicher Landwirt selbst anbaut. Mit diesem pflege der Kölner Zoo schon seit gute 25 Jahren geschäftliche Kontakte. Pagel: „Da stimmt die Qualität.“
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Zusammen mit dem Elefantengras ist auch normales Heu für die Zootiere sowie Stroh verbrannt. Die Polizei sprach von insgesamt 300 Tonnen Heu und Stroh im Wert von mehr als 50 000 Euro. Dieses normale Futter für die Zootiere zu beschaffen, sei aber völlig unproblematisch, so Pagel. Da gebe es ausreichend andere Anbieter auf dem Markt, sagte der Kölner Zoodirektor abschließend.
Der Brand der Scheune am Nordwestrand von Euskirchen hat laut Polizei einen Schaden von mindestens 770 000 Euro verursacht. Ein Feuerwehrmann, so Polizeisprecher Lothar Willems, sei am Einsatzort ausgerutscht und habe sich dabei leicht verletzt.
Auch gestern züngelten noch den ganzen Tag über Flammen aus den abgebrannten Stroh- und Heuballen, die in der 47 mal 27 Meter großen Halle gelagert waren. Bis zum Mittag waren Dutzende von Feuerwehrleuten im Einsatz, wie Stadtbrandinspektor Peter Neuburg gestern erklärte. Insgesamt seien mehr als 100 Feuerwehrleute aus den drei Löschzügen Zentrum, Löschzug II (Euenheim, Wißkirchen, Elsig, Frauenberg) sowie dem Löschzug V (Wüschheim, Großbüllesheim, Kleinbüllesheim, Dom-Esch und Weides
heim) am Einsatzort. Dazu wurden mehrere Wasserwerfer nach Kessenich beordert, weil der Einsatz von Feuerwehrleuten in unmittelbarer Nähe der Halle zu gefährlich gewesen sei. Denn wegen der Brandhitze zerplatzten auf dem Hallendach die Photovoltaikmodule und stürzten krachend in die Tiefe. In der Halle verbrannten zudem Anhänger und Anbaugeräte für Landmaschinen. Zudem wurden die Wechselrichter der Photovoltaik-Anlage schwer beschädigt.
Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung eilte der Schlauchwagen aus Zülpich „im Zuge der überkommunalen Hilfe“, so Stadtbrandinspektor Rolf Stupp, nach Kessenich. Denn das Löschwasser wurde mit Hilfe einer Hunderte Meter langen, doppelten Schlauchleitung aus der Erft gefördert.
Zur Sicherheit der Einsatzkräfte wurde die Kreisstraße 11 zwischen Kessenich und Bodenheim ebenso wie die Von-Binsfeld-Straße zwischen Kessenich und der L 194 (Kölner Straße/Justizvollzugsanstalt) komplett gesperrt. Die Sperrungen wurden gestern in den Mittagstunden wieder aufgehoben, als fast alle Einsatzkräfte abgezogen waren. Lediglich eine Schlauchleitung blieb am Einsatzort, falls die Feuerwehrkräfte wegen des noch flackernden Feuers noch einmal hätten tätig werden müssen. Dreimal wurden die Kräfte im Verlauf der Nacht ausgewechselt.
Verpflegt wurden die Feuerwehrleute noch in der Nacht von einem Küchenteam des Deutschen Roten Kreuzes mit heißer Suppe und warmen Getränken. Gestern nahmen Brandermittler der Euskirchener Polizei ihre Arbeit am Brandort auf, die Polizei hatte noch in der Nacht den Einsatzort zur Spurensicherung beschlagnahmt. Zur Brandursache machte die Polizei gestern keine Angaben.





