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Wie „Hengasch“ zur Heimat wird

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„Hengasch“ steht in der ARD-Reihe „Mord mit Aussicht“ im Mittelpunkt. Dieses fiktive Dörfchen „entstand“ durch Dreharbeiten in der Eifel und am Niederrhein. Und auch dort mischte die Eifel kräftig mit: Die Betreiberin des Gasthofs, in dem viele Szenen spielen, stammt aus Gemünd. Von
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„Hengasch“ steht in der ARD-Reihe „Mord mit Aussicht“ im Mittelpunkt. Dieses fiktive Dörfchen „entstand“ durch Dreharbeiten in der Eifel und am Niederrhein. Und auch dort mischte die Eifel kräftig mit: Die Betreiberin des Gasthofs, in dem viele Szenen spielen, stammt aus Gemünd.

KALLMUTH / LIEDBERG. „Witzige Szenen hinter den Kulissen der Dreharbeiten zu ,Mord mit Aussicht in unserem Gasthaus?“, fragt Birgit Vennen und lacht schon los. „Ja, da gab es einiges...“ Im ARD-Sechsteiler „Mord mit Aussicht“ spielt das Dorf „Hengasch“ eine zentrale Rolle. Gedreht wurden die Szenen jedoch an verschiedenen Orten. Ein Großteil der Aufnahmen fand in Kallmuth statt. Im dortigen Bürgerhaus wurde die Polizeistation, an die Sophie Haas alias Caroline Peters versetzt wird, installiert.

Andere Sequenzen wurden in Liedberg am Niederrhein produziert. Immer, wenn das fiktive Hotel Aubach ins Spiel kommt, sehen die Zuschauer das (ausstaffierte) Innenleben des Gasthauses Vennen. Zwischen Mönchengladbach und Neuss gelegen, ist es bekannt für seine deftige rheinische Küche - nach Eifeler Tradition. Der Clou: Wirtsfrau Birgit Vennen ist gebürtige Eifelerin und in Gemünd aufgewachsen.

„Das ist schon ein verrückter Zufall“, sagt die 46-jährige schmunzelnd. Sie freut sich, dass in „Hengasch“ die beiden Orte, die für sie Heimat bedeuten, verschmelzen.

Die Eifel hatte Vennen der Liebe wegen verlassen: „Bei einem Verwandtenbesuch in Liedberg habe ich im Schützenzelt meinen Mann Wilfried kennen gelernt.“ Der ersten Verliebtheit folgten gegenseitige Besuche und irgendwann war klar: „Wir bleiben zusammen.“ Da eröffnete der Liedberger ihr auch, das er den Betrieb seiner Eltern, das Gasthaus Vennen, übernehmen möchte. Die Eifelerin machte Nägel mit Köpfen: „Ich habe mich zur Restaurantfachfrau umschulen lassen.“

Noch „mit einem

Bein in der Eifel“

Inzwischen leiten die Wirtsleute Vennen das Traditionsbrauhaus seit 14 Jahren. Das Restaurant wurde in zahlreichen Fachzeitschriften und Büchern besprochen, konnte für seine Küche bereits Preise einheimsen.

In der Eifel hatte Birgit Vennen ursprüngliche eine Ausbildung zur Friseurin gemacht, war aber anschließend acht Jahre in der Schleidener Glashütte beschäftigt. „Meine Mutter berichtete mir dieser Tage, dass das Werk schließt - das ist wirklich traurig“, kommentiert sie. Dass sie in ihrer neuen Heimat traditionelle rheinische Gerichte anbietet, erklärt Vennen, die regelmäßig ihre Mutter in Olef besucht, so: „Ich hänge immer noch mit einem Bein in der Eifel.“

Vielleicht, spekuliert sie, sei das dem ARD-Team ja aufgefallen. Als dann die Anfrage kam, bei ihnen zu Drehen, blieben die Vennens relativ gelassen. „Wir kannten das ja schon, 2004 wurde die Sendung „Klingendes NRW - Lieder gehen durch den Magen“ komplett in unserem Haus aufgenommen.“

So wurde man sich schnell einig und auch die Stammgäste zogen mit: „Sie sind als Jogger, an der Theke oder beim Skatspiel zu sehen.“ Und mehr als das. Als an einem Drehtag durchsickerte, dass Hauptdarstellerin Caroline Peters Geburtstag hat, schnappte mein Mann sich die alte Quetsch, Komparsen und Gäste gaben den Chor und wir sind mit 30 Mann in die kleine Küche, in der gerade gedreht wurde, einmarschiert.“ Die Überraschung sei gelungen: „Caroline Peters hat genauso mit großen Augen überrascht geguckt wie im Film, wenn sie sagt: ,Was ist denn jetzt los?“

Und wie war das mit den witzigen Szenen? Auch davon gab s in der Küche einige: „Als die fiktive Hotelbesitzerin ,angeschossen wurde, bekam sie einen Lachanfall - schon brachen das ganze Team, die Komparsen und Zuschauer in schallendes Gelächter aus...“

Übrigens: Wie im Kallmuther Bürgerhaus gucken auch in der Liedberger Gaststube alle gemeinsam, von lautstarken Kommentaren begleitet, jeden Montag „Mord mit Aussicht“. Wie sich das eben gehört für waschechte „Hengascher“!

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