Euskirchen
Nachrichten und Bilder zu allen wichtigen Ereignissen aus dem Kreis Euskirchen

Vorlesen
0 Kommentare

Zauberwald: Im magischen Licht spürte man den Wald

Erstellt
Im Zentrum der Licht- und Toninstallation hingen die meisten der Kerzen. Blieben die ankommenden Besucher zunächst am Rand des Hangs stehen, zog es viele nach einem Moment des Verweilens mitten hinein in den „Zauberwald“.  Foto: Ernsting
Der Mond scheint hell über den Feldern und den Wald zwischen Sasserath und Pitscheid. Der Künstler Günther J. Schaefer hat am Rande des rund 250 Meter langen Feldwegs, der in seinen „Zauberwald“ führt, in Kopfhöhe weiße Grablichter aufgestellt. Von
Drucken per Mail
Sasserath

Der Mond scheint hell über den Feldern und den Wald zwischen Sasserath und Pitscheid. Der Künstler Günther J. Schaefer hat am Rande des rund 250 Meter langen Feldwegs, der in seinen „Zauberwald“ führt, in Kopfhöhe weiße Grablichter aufgestellt. Von der Straße aus kann man die leuchtenden Punkte durch die sanft abfallenden Felder bis zum hin Waldrand gut erkennen.

Es wirkt, als weisen sie einer geheimnisvollen Gilde von Zauberwesen den Weg zu ihrer Versammlung. Viele Wesen sind unterwegs. Im fahlen Mondlicht sind sie schnell als Menschen identifizierbar. Sie alle sind unterwegs zur Licht- und Klanginstallation „Zauberwald“, die der Künstler aus Schuld für diese Nacht im Forst geschaffen hat. Dort, wo der Weg zwischen den ersten Bäumen einbiegt, ist es dunkel. Nur die Kerzen am Rand und ein wenig Mondschein, der zwischen den Bäumen hindurch leuchtet, spenden spärlich Licht. Unwillkürlich wird man langsamer. Zunehmend schalten sich die übrigen Sinne ein. Hier und da blendet eine Taschenlampe entgegenkommender Passanten, darunter viele Kinder. Nun geht es links in den Wald hinein und es umgibt einen erst recht Dunkelheit. Urplötzlich eröffnet sich dem Wanderer ein unglaubliches Meer aus Kerzen. An einem Hang sind sie zwischen den Bäumen an Nylonfäden aufgehängt. Bei dem überwältigenden Anblick bleibt man unwillkürlich stehen.

Erst langsam wird der Besucher in der Dunkelheit die übrigen Besucher gewahr, die zwischen den Bäumen stehen. Sie erinnern an Zauberwesen, die stumm ein Ritual verfolgen. Hier und da rascheln Schritte im Laub, Stöcke knacken unter Schuhen. Während man beim Waldspaziergang am Tag meist darauf achtet, die Wege nicht zu verlassen, wandelt man nun überall zwischen den Bäumen hindurch. Einige Besucher haben sich hingesetzt, manche im Schlafsack sitzend an einen Baum gelehnt. Es ist beeindruckend, wie stark sich die Perspektive auf die Lichtinstallation ändert, wenn man nur ein paar Schritte den Hang hinauf- oder hinabgeht. Hinzu gesellen sich Klänge aus allen Richtungen. Hier wird ein Becken geschlagen, dort Luft durch ein Akkordeon gepustet.

Ein Didgeridoo erklingt, vokale Geräusche ebenso. Hin und wieder werden Rezitationen und einzelne Satz-Phrasen wiedergegeben.

Rund 350 Kerzen hatten Schaefer und seine neun Helfer aufgehängt. Bis um sieben Uhr am frühen Morgen waren über 600 Besucher gekommen, schätzte der Künstler. Das Waldstück hatte Schaefers Freund Thomas Ernsting zur Verfügung gestellt. „Es ist so gut gelungen, wie ich es vorher nicht gedacht hatte“, zeigte sich Schaefer völlig beeindruckt. Besonders gefiel ihm, dass die Gäste spontan mitmachten und etwa rezitierte Sätze vollendeten.

Rundschau auf dem iPad
Kleinanzeigen
FACEBOOK
Kölnische Rundschau
Rundschau-Service
Rundschau-Altenhilfe

Die Rundschau-Altenhilfe unterstützt ältere Menschen mit Spenden und Zuwendung. Helfen Sie mit!

Rundschau-Ratgeber
Rundschau-Service