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Nürburgring soll risikolos sein

Von JOACHIM SCHMIDT, 03.02.04, 19:56h

Geld regiert die Welt. Als Paradebeispiel dafür gilt seit Jahren die Formel 1. Mit ihr werden Umsätze im Milliarden Euro-Bereich erzielt, aber auch in ähnlicher Größenordnung Geld vernichtet.

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Luftaufnahme vom Nürburgring
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Luftaufnahme vom Nürburgring
KÖLN / NÜRBURGRING. Geld regiert die Welt. Als Paradebeispiel dafür gilt seit Jahren die Formel 1. Mit ihr werden Umsätze im Milliarden Euro-Bereich erzielt, aber auch in ähnlicher Größenordnung Geld vernichtet. In Deutschland hat sich die Königsklasse des Motorsports, die sich vor allem neben den Boxengassen zu einem elitären Zirkel entwickelt hat, mittlerweile in mehreren Bereichen (Zuschauer vor Ort, TV-Quoten, Werbegelder) in Spitzenpositionen gesteuert. Verständlich, dass diejenigen, die als Gastgeber des Spektakels auftreten dürfen, alles daran setzen, ihre besondere Stellung zu wahren. Das sprach auch aus dem Kommentar von Dr. Walter Kafitz, nachdem die Verlängerung bis 2009 des in diesem Jahr auslaufenden Vertrages zwischen der Nürburging GmbH und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gestern unterschrieben war: „Wir empfinden große Genugtuung, bei den sehr schwierigen Verhandlungen ein so gutes Ergebnis erzielt zu haben.“

Bereits am Wochenende war bekannt geworden, dass - wie berichtet - die Traditionsstrecke in der Eifel neben dem bis 2008 gesicherten Hockenheimring Austragungsort eines Formel-1-Rennens sein wird. Das sei nicht einfach gewesen, war der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck bemüht, die Schwierigkeit der Verhandlungen herauszustellen.

Einerseits hat er angesichts des ostwärts gerichteten Expansionskurses des früheren Gebrauchtwarenhändler Ecclestone damit Recht. Andererseits konnte der die besondere Stellung Deutschlands nicht ignorieren. Schaut man auf die Sponsorenlisten der zehn Formel-1-Teams und legt den Wirtschaftsteil der Zeitung daneben, springen einem die deckungsgleichen Konzernnamen ins Auge. Rund ein Drittel der 30 im deutschen Aktien-Index Dax vertretenen Titel gehören dazu.

Für Nürburgring-Chef Dr. Walter Kafitz und seine Mitstreiter fängt jetzt aber erst die richtige Arbeit an. Denn dass die Zeiten nicht mehr so rosig sind wie vor einigen Jahren, musste man im vergangenen Juni feststellen. Da brachen die Besucherzahlen um 111 000 auf 239 000 Zuschauer ein. Statt einer schwarzen Null gab es einen Verlust im hohen einstelligen Millionenbereich. Dennoch glaubt Ministerpräsident Beck, dass man in der Eifel auch künftig ohne Zuschüsse aus Mainz auskommen könne: „Das Land geht bei diesem Vertrag kein Risiko ein. Wenn nicht alles schief läuft, ist die Nürburgring GmbH aus unserer Sicht finanziell sehr gut aufgestellt.“

Rund 3000 Betriebe mit etwa 15 000 Beschäftigten profitieren vom Rummel am Nürburgring. Während einer Formel-1-Woche sollen rund um die Traditionsstrecke bis zu 100 Millionen Euro umgesetzt werden. Allein die Nürburgring GmbH macht nach Angaben von Dr. Kafitz 50 Prozent ihres Jahresumsatzes mit der Formel 1.



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