Erstellt 16.11.05, 18:27h
Rau würdigte seinen langjährigen politischen Weggefährten als Mann, der weit über Nordrhein-Westfalen hinaus Spuren in der SPD hinterlassen habe. "Er war ein aufrechter Mann, kenntnisreich, bodenständig und solidarisch, der wusste, was die Menschen bewegte", teilte der ehemalige Bundespräsident der dpa mit. "Ich habe mit ihm einen Freund und Weggefährten verloren, dessen Andenken ich in ehrender Erinnerung behalten werde."
Auch der Vorsitzende der NRW-SPD, Jochen Dieckmann, würdigte das sozialdemokratische Urgestein. "Die NRW-SPD trauert um einen ihrer Großen." Heinemann habe sich um das Land und die Sozialdemokratie verdient gemacht. Der Dortmunder gehörte der SPD seit 1951 an. Der ehemalige nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Schnoor (SPD) bezeichnete seinen früheren Kabinettskollegen als "Mann, der immer seine Meinung gesagt hat, auf den man sich immer verlassen konnte". Für seine Heimat sei Heinemann unbeirrt eingetreten, sagte der Sozialdemokrat im Westdeutschen Rundfunk. "Er wurzelte in Westfalen wie ein alter Baum."
In der Landespolitik hinterließ Heinemann vor allem als Reformer in der Drogenpolitik bleibende Spuren. Unter seiner Ägide wurde in Nordrhein-Westfalen das bundesweit beachtete Modellprojekt zum Einsatz der Ersatzdroge Methadon gestartet. Im Zuge der so genannten Drehbuch-Affäre musste Heinemann sein Ministeramt 1982 unfreiwillig verlassen. Der SPD-Politiker stand damals im Mittelpunkt eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Die Opposition warf ihm vor, mit der Förderung eines Bochumer Medizin-Forschungszentrums seine Ärzte begünstigt zu haben. Der Ausschuss entlastete ihn später allerdings von den Filz-Vorwürfen.
Heinemann war nach dpa-Informationen zuletzt wegen einer Lungenentzündung in stationärer Behandlung. Zur Todesursache machte die Partei offiziell keine Angaben. (dpa)
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