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Das Aus für den Palast der Republik

Von NORBERT WALLET, 06.01.06, 20:14h

Der Abriss von "Erichs Lampenladen" ist beschlossene Sache, im Februar soll es losgehen. In der letzten Zeit hat er durch kulturelle Zwischennutzung neue Popularität erfahren. Wann ein Gebäude nach dem Vorbild des Stadtschlosses entstehen kann, ist ungewiss.

Palast der Republik
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Der Palast der Republik soll nun endgültig abgerissen werden.
Palast der Republik
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Der Palast der Republik soll nun endgültig abgerissen werden.
Nie war er hässlicher, nie war er beliebter. In der Hauptstadt war in den vergangenen Wochen ein merkwürdiges Phänomen zu beobachten. Da dem nur noch als Betonruine vorhandenen Palast der Republik der längst beschlossene Totalabriss drohte, formierte sich noch einmal neuer Widerstand gegen die Beseitigung des Reliktes aus DDR-Zeiten. Es gab Demonstrationen für den Erhalt der entkernten Immobilie in Berlins bester Lage, und es waren nicht mehr nur die unverbesserlichen Ostalgiker, die das einzige Herzstück der SED-Macht erhalten wollten.

Die neue Anhänglichkeit kam deshalb so überraschend, weil die Sache eigentlich längst ausdiskutiert war. Nach einer Debatte, welche die Stadt seit der Wiedervereinigung mit Heftigkeit geführt hatte, entschied der Bundestag vor zwei Jahren, den Palast abzureißen. Und doch entpuppte sich das Ende der Debatte nur als vorläufig. Grund dafür war das Zugeständnis, das für den Palast bis zum Zeitpunkt des Abrisses eine Zwischennutzung erlaubt wurde. Diese Interimslösung für das nach einer ungemein aufwändigen Asbestsanierung nur noch als Gerippe aus Beton, Stahl und Glas vorhandene Gebäude, entwickelte sich zur Überraschung aller Beteiligten zu einem absoluten Renner. Der abgetakelte Palastrest mit seinen weiten Räumen, Durchblicken und riesigen Flächen wurde zu einem Publikumsmagneten, zu einer der angesagtesten „locations“ der Hauptstadt. Ausstellungen und Opern fanden hier statt, für eine Tour durch den entschlackten Baukörper standen Touristen Schlange. Vom Frühjahr 2004 bis Ende 2005 kamen weit über eine halbe Million Besucher zu den Veranstaltungen.

Das ist nun alles vorbei. Noch einmal wird sich der Bundestag am 13. Januar mit dem Thema befassen, doch die Bestätigung der längst gefassten Beschlüsse steht fest: Die Tage des Palastes sind gezählt. Der Abriss soll bis Ostern 2007 beendet sein. Voraussetzung sei allerdings, dass die Arbeiten reibungslos liefen, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern. Ab der dritten Kalenderwoche soll die Baustelle eingerichtet werden. Die Kosten werden mit 12 Millionen Euro - bislang waren 20 Millionen Euro geplant - angegeben, von denen Berlin 36 Prozent bezahle. Dann versinken allein 20 000 Tonnen Stahlgerüste, 500 Tonnen Glas und 56 000 Tonnen Beton des „Palazzo Prozzo“, so der Spott der DDR-Bürger, in den Feueröfen. Das Schicksal von „Erichs Lampenladen“ ist damit endgültig besiegelt.



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