Von LARS HEYLTJES, 14.01.06, 07:12h
Eine der Schülerinnen hat sogar ihre eigene Trommel mitgebracht, die kleine Maria aus der zweiten Klasse ist ein Seiteneinsteigerkind aus Uganda: Sie erhält eine spezielle Deutschförderung, sonst nimmt sie wie alle anderen auch am Regelunterricht teil, so Schulleiterin Helga Pennartz. Maria ist jedenfalls voll in ihrem Element, streichelt und malträtiert ihr Fell nach der Vorgabe des Lehrers Alexandre Pedro Da Conceicao Kukele aus Angola, der allen rät: Immer lächeln!
Beim Tanzen gibt der Kassettenrekorder den Takt vor, zu dem Ivon Gizalahamba aus dem Kongo das Bein schwingt. Die Kinder sind auch hier voller Eifer, kopieren die Grundschritte schon nach wenigen Minuten sicher. Auch sprachlich betreten die Sechs- bis Elfjährigen Neuland, im Gesangsunterricht werden die Kurzlieder Mambo Suku und Sina Dola einstudiert.
Wolfgang Lieberknecht wählt als passende Berufsbezeichnung für sich den Begriff 68er. Er ist der weiße Part bei Black & White, der Ex-Journalist ist ein echter Aussteiger: Damals hat mich die anhaltende Flüchtlingsdiskussion dazu getrieben, ich wollte den Deutschen vor allem die Gründe der Flüchtlinge näher bringen. Die Ursachen gilt es auszuschalten, noch immer wird Afrika ausgebeutet und in Europa der Gewinn eingestrichen. Geschichtlich müsse einiges aufgearbeitet werden, auch den Jüngsten könne man die Historie der Kolonialmächte oder des Sklavenhandels locker vermitteln. Lieberknecht: Wir stammen alle aus Afrika, das hat die Forschung eindeutig bewiesen.
Der gelungene Tag im Zeichen der deutsch-afrikanischen Verständigung endete mit einem Konzert in der Gnadenkirche, bei dem die Kids das Erlernte sofort eindruckvoll anwenden konnten.
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