Von OTTO HERSCHEID, 18.01.06, 20:59h, aktualisiert 18.01.06, 21:01h
Hoyzer hatte bereits vor seinen kriminellen Spielabsprachen für die Mannschaft der Jungen Gemeinde Lichtenrade Nord in der Freizeitliga der Berliner Kirche gespielt. Dort hatte man ihn aufgrund seiner Vergehen für zwei Jahre gesperrt. Vor einigen Wochen reichten aber Hoyzers Mitspieler ein Gnadengesuch ein, dem stattgegeben wurde. „Das wurde angenommen, und jetzt darf ich zum Beginn der Rückrunde wieder kicken“, freut sich Robert Hoyzer.
Beim Kampf um den Wanderpokal „Heiliger Gral“ wird es möglicherweise auch zu einem interessanten Duell kommen. Denn für einen der Gegner der Lichtenrader, die Mannschaft von „Don Bosco“, sind Manuel Gräfe und Felix Zwayer spielberechtigt. Die beiden Unparteiischen hatten zusammen mit dem ehemaligen Bundesligaschiedsrichter Lutz Michael Fröhlich am 19. Januar 2005 dem DFB von Ungereimtheiten bei den Schiedsrichtereinsätzen von Robert Hoyzer berichtet.
In der Folge bewahrheitete es sich, dass 23 Spiele manipuliert worden waren oder so beeinflusst werden sollten, dass die kroatischen Brüder Ante, Milan und Filip Sapina Hunderttausende Euro damit verdienten. Robert Hoyzer wurde dagegen mit einigen Tausend Euro praktisch abgespeist.
In der Folge beschäftigten sich Verbands- und Strafgerichte mit dem größten Wettskandal der DFB-Geschichte. Doch erst in diesen Tagen geht bei Hoyzer-Anwalt Thomas Hermes das schriftliche Urteil des Berliner Landgerichts ein. Sein Mandant war wegen Betrugs zu zwei Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden. Drahtzieher Ante Sapina hatte zwei Jahre und elf Monate Haft erhalten, Schiedsrichter Dominik Marks ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung. Verteidiger und Staatsanwaltschaft legten Revision ein. Damit sind die Urteile der 12. Strafkammer gegen Hoyzer, seinen Ex-Kollegen Marks und die Brüder Sapina noch nicht rechtskräftig - und es droht noch eine Nachspielzeit über die Fußball-WM hinaus.
Robert Hoyzer mag heute gar nicht mehr darüber sprechen. Er hofft nur, sich ein neues Leben aufbauen zu können und die Haftstrafe, von der er ein Teil durch seine Untersuchungshaft abgesessen hat, nicht antreten zu müssen. Viel lieber spricht er darüber, zumindest wieder Fußball spielen zu dürfen, wenn er schon nicht mehr als Schiedsrichter auftreten darf.
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