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Politik lobt deutsche Moslems

Erstellt 10.02.06, 17:05h, aktualisiert 10.02.06, 17:07h

Der Bundestag hat im Streit um die Mohammed-Karikaturen zum friedlichen Miteinander der Kulturen aufgerufen. Hervorgehoben wurde das friedliche Verhalten der in Deutschland lebenden Muslime.

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Vor dem Hintergrund des Karikaturen-Streits demonstrieren Muslime in der Kieler Innenstadt.
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Vor dem Hintergrund des Karikaturen-Streits demonstrieren Muslime in der Kieler Innenstadt.
Berlin - Der Bundestag hat im Streit um die Mohammed-Karikaturen zum friedlichen Miteinander der Kulturen aufgerufen. "Wenn wir als Deutscher Bundestag einen Beitrag zur Deeskalation leisten wollen, dann ist das nun die Stunde des Dialogs", sagte Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn am Freitag in einer von seiner Partei beantragten Aktuellen Stunde in Berlin. Redner aller Parteien verurteilten die Ausschreitungen in mehreren muslimischen Ländern. Gelobt wurde das Verhalten der in Deutschland lebenden Muslime.

Der kulturelle Austausch war auch ein Thema eines Telefonats zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident George W. Bush am Donnerstag. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) will Anfang kommender Woche bei einem Türkei-Besuch mit der Regierung in Ankara über das Thema sprechen. Die Türkei hatte sich im Karikaturen-Streit intensiv um Mäßigung bemüht.

Der SPD-Abgeordnete Niels Annen wandte sich wie die Grünen gegen Forderungen, Botschaften in den betroffenen Ländern zu schließen -das sei "kontraproduktiv". Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte, Toleranz und Respekt gegenüber religiösen Gefühlen müssten auch in der islamischen Welt gelten - das sei keine "Einbahnstraße".

FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt betonte, die arabische Welt müsse die Schärfe der Pressefreiheit ertragen: "Wir sind nicht zum Schweigen verurteilt über unseren eigenen Standpunkt, nur weil andere sagen, sie fühlten sich dadurch verletzt."

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) warnte unterdessen im WDR, die Proteste zu nutzen, um in Deutschland Angst vor Ausländern zu schüren. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla forderte in der "Passauer Neuen Presse" als Konsequenz aus dem Streit eine stärkere Besinnung auf Werte und Geschichte in Deutschland.

Kritik des Bundestags ernteten die dänischen Zeitungen, die die Zeichnungen abgedruckt hatten. Das sei ein "Missbrauch der Verantwortung", sagte Kuhn. Die Bilder seien zum Teil "rassistisch und gefährlich". Thierse sagte, zur Meinungsfreiheit gehöre auch, "dass man ihren dummen, unsensiblen, ja missbräuchlichen Gebrauch kritisieren kann und kritisieren muss, wenn er zu solche schlimmen Wirkungen führt".

Die Empörung über die dänischen Karikaturen sorgt nun auch für Proteste von Muslimen in Deutschland. Demonstrationen soll es am Samstag vor den dänischen Vertretungen in Berlin, Düsseldorf und anderen Städten geben. In Kiel gingen am Freitag etwa 200 Menschen auf die Straße und forderten einen friedlichen Dialog der Kulturen. (dpa)



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