Schriftgröße

Vogelgrippe auf dem Vormarsch

Erstellt 10.02.06, 17:37h, aktualisiert 10.02.06, 17:43h

Die Vogelgrippe breitet sich weltweit rasch aus. Nigeria und Rumänien meldeten weitere Seuchenherde. Das gefährliche Virus H5N1 trat zudem erstmals in der ehemals sowjetischen Republik Aserbaidschan auf.

Vogelgrippe in Nigeria
Bild vergrößern
Die gefährliche Vogelgrippe breitet sich weltweit rasch weiter aus, wie auch in Nigeria.
Vogelgrippe in Nigeria
Bild verkleinern
Die gefährliche Vogelgrippe breitet sich weltweit rasch weiter aus, wie auch in Nigeria.
Moskau/Baku - Die Vogelgrippe breitet sich weltweit rasch aus. Nigeria und Rumänien meldeten am Freitag weitere Seuchenherde. Das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 trat zudem erstmals in der ehemals sowjetischen Republik Aserbaidschan am Kaspischen Meer auf.

In Indonesien starb eine 22-jährige Frau wahrscheinlich an der Vogelgrippe. Falls die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechende Testergebnisse bestätigt, erhöht sich die Zahl der Vogelgrippe-Toten in dem Land auf 17. Die EU-Kommission reagierte mit scharfen Sicherheitsmaßnahmen auf mögliche Fälle der gefährlichen Vogelgrippe in Griechenland.

Nigerianische Behörden bestätigten das Virus in zwei weiteren Bundesstaaten. Damit sind insgesamt vier Höfe in den drei benachbarten Bundesstaaten Kaduna, Kano und Plateau betroffen. Die Regierung in Nigeria kündigte Massenschlachtungen auf allen Geflügelfarmen mit ungewöhnlich hohen Todeszahlen an. Landwirtschaftsminister Adamu Bello bat um internationale Hilfe bei der Bekämpfung der hoch ansteckenden Tierkrankheit, die in seltenen Fällen auf den Menschen übertragen werden kann.

Auf der Geflügelfarm im Bundesstaat Kaduna, von der die ersten positiv getesteten Proben stammten, wurden mittlerweile die restlichen Vögel getötet. Etwa 300 Strauße wurden erschossen. Zuvor waren dort schon viele Tausend Stück Federvieh gestorben oder vorsorglich getötet worden. Die Farm gehört dem nigerianischen Sportminister. Mindestens sechs afrikanische Länder haben Geflügelimporte von Nigeria verboten.

Die WHO warnte davor, dass sich die Krankheit in Afrika schnell ausbreiten könnte. Am Wochenende soll eine landesweite Impfkampagne gegen Kinderlähmung dazu genutzt werden, Menschen mit verdächtigen Symptomen auf Vogelgrippe zu untersuchen und Basiswissen über die Vogelgrippe zu verbreiten. Das Wichtigste sei nun, die Ansteckung von Menschen zu vermeiden, betonte die Organisation. An der Impfkampagne sind 450 WHO-Mitarbeiter beteiligt. Die Organisation will am Sonntag zudem ein weiteres siebenköpfiges Expertenteam vor allem in die Bundesstaaten Kaduna und Kanu entsenden.

In Aserbaidschan wurde der Erreger nach Regierungsangaben bei mehreren toten Zugvögeln am Kaspischen Meer entdeckt. Er sei vom EU- Referenzlabor im britischen Weybridge nachgewiesen worden, teilte die Regierung nach Angaben der Agentur Interfax in der Hauptstadt Baku mit. Auf der betroffenen Halbinsel Apscheron an der Küste des Kaspischen Meeres wurden nach Angaben der Veterinärbehörde an den Straßen Desinfektionsstationen für Fahrzeuge und Fußgänger eingerichtet.

Rumänien registrierte am Freitag den 26. Seuchenherd seit dem ersten Auftreten in dem Land im vergangenen Oktober. 24 davon hat sie inzwischen für beseitigt erklärt. Im nun betroffenen Dorf Cetate an der bulgarischen Grenze würden alle Hausvögel getötet, berichtete das Landwirtschaftsministerium in Bukarest.

In Griechenland waren am Donnerstag bei drei toten Schwänen Vogelgrippeviren vom Typ H5 festgestellt worden. Derzeit prüft das EU-Speziallabor in Weybridge, ob es sich um den für den Menschen gefährlichen Erreger H5N1 handelt. Nach dem Willen der EU-Kommission müssen die griechischen Behörden das Virus mit der Einrichtung von Sperrzonen eindämmen. In einem Umkreis von drei Kilometern um die Orte, wo die Schwäne verendeten, muss Geflügel in geschlossenen Gebäuden gehalten werden. In einer Überwachungszone von zehn Kilometern gelten Transportbeschränkungen.

An der Vogelgrippe starben bislang mehr als 80 Menschen. Am stärksten betroffen ist Vietnam, wo seit Ausbruch der Seuche Ende 2003 mehr als 40 Menschen dem Virus erlagen. (dpa)



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


RHEINLAND WETTER


Anzeige


Bildergalerien


Videonews Welt


Rundschau-Forum


Rundschau-Service


Ihre Top-Artikel



SERVICE



Extra


Dienste