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Strategie wirkt: Zahl der „Klaukids“ sinkt

Von MARTINA WINDRATH, 27.03.06, 21:32h

Nachdem vor anderthalb Jahren maßgeschneiderte sozialpädagogische und schulische Hilfen für Roma-Familien starteten, können die beteiligten Ämter beachtliche Erfolge verzeichnen. Die Polizei registrierte einen deutlichen Rückgang der Anzeigen von Taschendiebstählen durch strafunmündigen Nachwuchs.

Nachdem vor anderthalb Jahren maßgeschneiderte sozialpädagogische und schulische Hilfen für Roma-Familien starteten, können die beteiligten Ämter beachtliche Erfolge verzeichnen. Die Modellstrategie zur besseren Integration und Verringerung von Straftaten aus dem Kreis von Kindern unerlaubt eingereister Flüchtlinge trägt Früchte. Die Polizei registrierte einen deutlichen Rückgang der Anzeigen von Taschendiebstählen durch strafunmündigen Nachwuchs; von ursprünglich 40 bis 50 Kindern würden zur Zeit etwa 10 als „Intensivtäter“ gezählt, teilt die Verwaltung heute dem Jugendhilfeausschuss mit.

Seit einem halben Jahr rückten keine jüngeren Kinder mehr in den Diebstahlbereich nach; auch die Zahl der durch sie begangenen Einbrüche sei laut Polizei „drastisch zurückgegangen“. Die über 14-Jährigen ließen sich durch die Angebote aber „nur in begrenztem Umfang erreichen“. Auch die gesunkene Zahl der Flüchtlinge, die seit August 2005 in NRW geltende Schulpflicht für Flüchtlingskinder sowie die Wohnheim-Konzepte wirken sich aus. Ein übergreifender Arbeitskreis begleitet das Modell - von Sozial-, Schul- und Jugendamt bis zu Vertretern von Polizei, Gericht, Bezirksregierung und freien Trägern.

Es gibt Integrationsmaßnahmen in sieben dezentralen Einrichtungen. Hinzu kommen zentral „Amaro Kher“ mit Übermittagsbetreuung, Freizeitgestaltung und Elternverein sowie eine sozialpädagogische Hilfe für auffällige Familien über vier Wochen. Alle Bausteine umfassen ein Programm mit 200 Plätzen bis zu 30 Stunden Betreuung pro Woche. Zur „offensiven“ Sozialarbeit gehörte zum Beispiel, dass während der Weihnachtsmärkte täglich Problemkids angesprochen und an Projekte herangeführt wurden. In 20 Kölner Schulen werden mittlerweile 370 Pänz aus Roma-Familien unterrichtet (853 Flüchtlingskinder insgesamt), es gibt dafür acht zusätzliche Lehrerstellen. Allerdings kam es zu personellen Engpässen. 40 Prozent der schulpflichtigen Jungen und Mädchen gehen regelmäßig in die Schule, weitere 40 Prozent „eher unregelmäßig“. Die Verwaltung will eine Verlängerung der bis Mitte 2007 laufenden Modellförderung bewirken.



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