Von CHRISTIAN DEPPE, 12.05.06, 21:14h
Welches von den Konzepten als Grundlage für weitere Realisierungswettbewerbe dienen wird, stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Die 50-köpfige Jury aus Fachleuten tagte länger als erwartet. Das Klima sei aber den ganzen Tag über sehr angenehm, die Zusammenarbeit konstruktiv gewesen, teilte Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger in einer späten Sitzungspause mit.
Die Suche nach einem neuen Rahmenkonzept ist Folge der Auseinandersetzung zwischen der Stadt Köln und der Unesco, in deren Verlauf der Dom auf die rote Liste des bedrohten Welterbes geriet und Köln eine internationale Blamage drohte. Die über 100 Meter hohen Türme, die rund um den Deutzer Bahnhof vorgesehen waren und die auf den erbitterten Widerstand des Welterbekomitees gestoßen waren, brachte der Rat schließlich zum Einsturz, als er sich dem Druck beugte und die Änderung des Bebauungsplanes beschloss.
Die Unesco hat trotz des Konfliktes das städtebauliche Anliegen, Impulse des ICE-Terminals und der Messe für urbane Entwicklungen im Rechtsrheinischen zu nutzen, stets befürwortet. Vor diesem Hintergrund haben drei renommierte Stadtplanungsbüros Lösungsvorschläge erarbeitet, darunter auch JSWD, die bereits einmal den städtebaulichen Wettbewerb für das geplante ICE-Terminal und seine Umgebung für sich entscheiden konnte.
Alle drei vorgelegten Konzepte seien von hoher Qualität, sagte Streitberger. Und: „Alle Arbeiten stehen mit beiden Beinen auf dem Boden“. Gemeinsam sei den Entwürfen auch, dass alle die Möglichkeit zulassen, nahe dem Deutzer Bahnhof, wie bereits früher geplant, ein Hotel, ein Kongresszentrum oder, wie jüngst diskutiert, ein Musicaltheater zu bauen. Obwohl die maximale Gebäudehöhe 60 Meter beträgt, sei die Auslastung in allen Entwürfen hoch.
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