Von CHRISTIAN DEPPE, 16.05.06, 07:18h
Der Dezernent für Stadtentwicklung, Bernd Streitberger, würdigte alle drei Entwürfe als robust hinsichtlich der Realisierbarkeit und flexibel, was die Nutzungsvarianten und architektonische Ausgestaltung angeht. Alle drei Entwürfe lassen die Möglichkeit zu, südlich der Messe ein Musicaltheater, ein Kongresszentrum oder ein Hotel zu bauen. Gemeinsam sei den Entwürfen auch, dass sie das Gelände gut auslasten. Auch wenn die Maximalhöhen in allen Entwürfen moderat bemessen sind, sei die zu erzielende Bruttogeschossfläche mit 170 000 bis 180 000 Quadratmetern unwesentlich geringer als die des früher geplanten Hochhauskranzes.
Der Entwurf von Trojan + Trojan fand schon deshalb keine Mehrheit, weil er eine neue Querung zwischen dem Ottoplatz und dem Messe-Eingang Süd vorsieht, die nur mit größtem Aufwand zu realisieren wäre. Der Entwurf wird geprägt durch ein bekränztes Gebäude im Westen und ein höheres Haus in der Mitte des heutigen Barmer Viertels.
Der Entwurf von Astoc / KCAP besticht durch die klare, einheitliche Form der über 30 Meter hohen, zehngeschossigen Bebauung. Sie besteht aus in sich flexiblen Gebäudekomplexe, die wie eine Wand vor die Messe und ihre Logistikzone geschoben sind. Der Messeeingang durchbricht einen der Gebäudekomplexe, wird quasi eingebaut. Zwischen Bahnlinie und Gebäuden entsteht ein schlanker Platz, der in seiner westlichen Fortsetzung eine Verbindung zum Rhein bildet.
Auch der Entwurf des Büros JSWD, von dem auch die ursprüngliche Rahmenplanung stammte, hält die Logistikflächen der Messe frei. Vor dem Entree erstreckt sich ein repräsentativer Messebalkon mit Freitreppe. Sie führt auf einen Platz, der sich ebenfalls zum Rhein hin öffnet. Die Bebauung weist unterschiedliche Höhen auf, im Entwurf ist ein Haus in der Mitte des Geländes mit 80 Metern das höchste. Diese Höhe werden wir aber nicht akzeptieren, so Streitberger. Wir haben gesagt: 60 Meter, Ende der Durchsage.
Die Abstimmung sei kein verpflichtendes Votum, unterstreicht der Dezernent, der dem Entwurf von Astoc viel abgewinnen kann. Er wisse noch nicht, was er dem Stadtentwicklungsausschuss empfehle, der vor der Sommerpause eine Entscheidung treffen will. KOMMENTAR S. 26
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