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Nannte Richter Angeklagte „Neger“?

Erstellt 16.05.06, 21:20h, aktualisiert 16.05.06, 21:27h

Die Afrikaner standen wegen Drogenhandels, Erpressung und Körperverletzung vor dem Düsseldorfer Landgericht. Der Richter habe die Muttersprache der Angeklagten zudem als „Negersprache“ tituliert, sagte die Bonner Rechtsanwältin Susanne Riebensahm.

DÜSSELDORF. Ein Düsseldorfer Richter soll zwei afrikanische Angeklagte aus Togo in einer öffentlichen Verhandlung mehrfach als „Neger“ bezeichnet haben. Die Afrikaner standen wegen Drogenhandels, Erpressung und Körperverletzung vor dem Landgericht. Der Richter habe die Muttersprache der Angeklagten zudem als „Negersprache“ tituliert, sagte die Bonner Rechtsanwältin Susanne Riebensahm gestern. Man habe Revision gegen das Urteil eingelegt und den Sachverhalt dem Bundesgerichtshof vorgetragen.

„Sollten die Vorwürfe zutreffen, wäre das nicht akzeptabel. Ich habe sofort einen Bericht angefordert“, sagte NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) gestern.

Der 64-jährige Richter war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar. Der Jurist war zuletzt durch seinen rüden Umgang mit dem todkranken Kunstprofessor Jörg Immendorff aufgefallen. Er hatte den Prozess wegen Immendorffs Sex- und Kokainaffäre geleitet. Der Jurist steht kurz vor der Pensionierung. „Auch für einen Richter gelten die Gesetze, er bewegt sich nicht im rechtsfreien Raum“, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. (dpa)



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