Erstellt 08.06.06, 07:06h
Gun-Cut-up = Peace-Action ist der Titel der ungewöhnlichen Aktion. Die Idee dazu entstand im letzten Jahr in Frankreich. Der 77-jährige Louis Aillet erlebte den Zweiten Weltkrieg selbst als Soldat mit. Vor langer Zeit fand er am Strand ein voll funktionstüchtiges Mausergewehr, das er aufbewahrte. Schließlich entstand der Wunsch, diese Waffe unschädlich zu machen. Er selbst musste im Krieg niemanden erschießen und mit dem Gewehr sollte dies auch niemand mehr können. Diese Aufgabe übertrug er seinem Sohn, dem Künstler Jean-Francois Aillet. Gemeinsam mit Rüdiger Abshalom Dalit Westphal aus Euskirchen entwickelte er die Idee einer Friedensaktion.
Zunächst zerteilten sie das Gewehr mit einer Eisensäge in zwei Hälften. Doch es war robuster als erwartet, so dass man zur Flex griff. Anschließend ist es in Kunstharz eingegossen worden, damit es besser zerteilt werden konnte, erklärt Westphal. Mit einem Wasserstrahl von 25 Grad und 3 500 Kilobar Druck wurde die Waffe zerschnitten. Sechs Leute waren 24 Stunden damit beschäftigt. Die einzelnen Stücke müssen jetzt nochmal in Kunstharz gegossen werden, denn durch das Wasser sind die Holzelemente aufgequollen, so Westphal.
Noch bis zum 8. August ist die Aktion in Euskirchen zu sehen. Danach geht es nach Caen in die Normandie. Dort steht Le Memorial, eine Stätte, die über den Krieg informiert, besonders über die Landung der Alliierten. Von dort nahm schließlich auch die Eifel-Ardennen-Offensive ihren Ausgang. Das ist der innere Zusammenhang zwischen den Ausstellungsorten, so Westphal. Aber es ist ein Gedenken an alle Toten aller Kriege dieser Welt, fügt er hinzu und weist auf eine vierseitige Liste mit Kriegen, die alle nach 1945 begonnen wurden.
Von Caen aus startet der zweite Teil der Aktion. Die Gewehrteile werden an alle Regierungschefs der Welt verschickt mit der Aufforderung, es mit ihren Waffen gleich zu tun. Das hat was Don Quichotte-haftes, schmunzelt Westphal. Aber es gibt mehr als ein ,Da kann man nix machen. Man muss es zumindest versuchen. Und wenn die Presseagenturen davon erfahren, kann keine Regierung sagen, sie hätte davon nix mitbekommen. Dazu gibt es auch eine DVD, auf der die Arbeiten festgehalten sind, untermalt durch einem Requiem, das von Stéphane Aillet und seiner Frau Dominique Margerie komponiert wurde. Es ist 118 Minuten lang, ebenso viele wie das Gewehr an Zentimetern hat. (mjo)
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt