Erstellt 02.05.06, 14:13h, aktualisiert 03.05.06, 09:12h
"Ich würde es als Zeichen der Integration werten, wenn türkisch-stämmige Mitbürger die dritte Strophe auf Türkisch singen könnten", sagte Ströbele der Berliner Zeitung "B.Z." (Mittwoch). "Das wäre auch ein Symbol für die Vielsprachigkeit Deutschlands." Ströbeles Parteifreundin, die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast, wies den Vorstoß zurück: "Da ist dem Christian Ströbele wohl etwas vom 1. April auf Anfang Mai gerutscht."
Auch Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach lehnte den Vorschlag ab. "Die deutsche Nationalhymne auf türkisch wäre das Gegenteil von Integration", sagte er der "B.Z.". "Das Erlernen der deutschen Sprache in Schrift und Wort ist doch die Schlüsselqualifikation schlechthin. Wenn wir also die deutsche Hymne auf türkisch anbieten würden, wäre das ein falsches Signal an alle hier lebenden Immigranten."
Die Sprecherin der FDP für Integration und Migration, Sibylle Laurischk, meinte hingegen: "Das wäre eine interessante Möglichkeit für Menschen anderer Herkunft und Sprache, die deutsche Kultur zu verstehen."
Ströbele hatte im November 2004 schon einmal mit einem Vorstoß für Integration Aufsehen erregt, als er einen muslimischen Feiertag in Deutschland ins Gespräch brachte. Mit seinem Vorschlag, dafür einen christlichen Feiertag zu streichen, stieß er auf breite Ablehnung. (dpa)
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