Schriftgröße

Actionheld als Waschbär

Von ROLF-R. HAMACHER, 28.06.06, 19:31h

Irgendwie kurios ist es schon. Bruce Willis fliegt zur deutschen Premiere des Dreamworx-Aninmationsfilms „Ab durch die Hecke“ in den Kölner Cinedom. Dabei ist er in der deutschen Version weder zu sehen, noch zu hören.

Foto: dpa
Bild vergrößern
„Ab durch die Hecke“ : Der bärige Bruce Willis und sein plüschiger Freund "Richie".
Foto: dpa
Bild verkleinern
„Ab durch die Hecke“ : Der bärige Bruce Willis und sein plüschiger Freund "Richie".
Köln - Irgendwie kurios ist es schon. Da fliegt der Verleih zur deutschen Premiere des neuen Dreamworx-Animationsfilms „Ab durch die Hecke“ (Bundesstart: 6. Juli) den Hollywood-Star Bruce Willis nach Köln ein, obwohl man ihn hierzulande im Film weder hören noch sehen kann. Und für die kleinen Zuschauer im prall gefüllten Cinedom ist er ohnehin ein Unbekannter, dürfen sie seine Action-Filme doch noch gar nicht sehen.

Den Kindern harte Filme verboten

Das zumindest verbindet sie mit Willis Kindern. „Die haben meine "Die Hard" („Stirb langsam“) Filme auch noch nicht gesehen - sie sind zu jung dafür“, bekennt er freimütig im Interview und bemüht sich charmant, dem Aufgebot der deutschen Synchronsprecher um Ben Becker und Jeanette Biedermann nicht die Schau zu stehlen. Nach „Die Rugrats auf Achse“ ist es das zweite Mal, dass Willis einer Zeichentrickfigur (einem Waschbären) seine Stimme leiht - die man ihm in anderen Ländern wieder klaut. „Das ist Teil des Geschäfts“, sagen er und Produzent Jeffrey Katzenberg unisono im Pressegespräch. Nur in Moskau war Willis überrascht: „Dort hat man meine Stimme lediglich übersprochen und die Dialoge verändert.“

Wie schon beim Original, wo die Regisseure Tim Johnson und Karey Kirkpatrick lange nach den passenden Stimmen gesucht haben, hat man sich auch hierzulande besondere Mühe mit der Synchronisation gegeben. Katzenberg selbst hat das Casting überwacht, muss doch vor allem Waschbär Richie eine präsente Mischung aus charmantem Strolch und egoistischem Dieb sein.

Und natürlich muss man die Figuren von der umsichtigen Schildkröte über das hyperaktive Eichhörnchen bis hin zu den vertrauensseligen Stachelschweinen nicht nur knuddelig finden, sondern ihnen auch die Botschaft des Films glauben: Tiere essen, um zu leben, die Menschen leben, um zu essen. Damit diese manchmal bitterböse Anklage gegen die maßlose (US-)Konsumgesellschaft nicht allzu platt herüberkommt, ist sie eingebettet in atemberaubende Gags und eine rührende Geschichte über die Suche nach Geborgenheit. Bruce Willis sagt dazu: „Für mich steht die Sehnsucht nach einer Familie im Mittelpunkt des Films, der mich an meinen Lieblings-Trickfilm aus Kindertagen erinnert: ,Pinocchio“. Katzenberg sieht im Animationsfilm auch eine der Zukunfts-Säulen Hollywoods. Bis 2010 hat er schon zwei weitere „Shrek“-Filme in Planung - und noch ist nicht abzusehen, wie „Shrek 4“ aussehen wird. Zudem sinniert Hollywood zur Zeit über die im Wandel begriffenen Sehgewohnheiten der Zuschauer: Werden sie in Zukunft wieder mehr in die Lichtspiel-Theater gehen, sich ein Heimkino einrichten oder einfach nur den Laptop aufklappen? Willis ist „optimistisch, was das Kino angeht“. Ist er doch bis 2008 ausgebucht und mit dem vierten Teil von „Stirb Langsam“ schon in der Vor-Produktion. Aber jetzt will er erst mal mit seiner 16-jährigen Tochter Rumer jene wunderbare Kirche neben dem Dom besichtigen (Groß St.Martin), von der er gar nicht glauben will, dass sie älter als das Wahrzeichen der Stadt ist.



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Kino & Film - Suche


Bildergalerien


Videonews Kultur


Extra


Rundschau-Service


RHEINLAND WETTER


Extra


Dienste