Von BERNWARD ALTHOFF, 30.07.06, 19:30h
Bei der Enthüllung der Büste vor dem Schumannhaus fügte Dieter Ronte am Samstag noch hinzu, dass es wohl keinen Geeigneteren gegeben hätte, den schon von Krankheit schwer gezeichneten Komponisten zu modellieren als den österreichischen Bildhauer Alfred Hrdlicka. Der streitbare Wiener Künstler, Jahrgang 1928, sei selbst schon von den Irrungen und Wirrungen eines langen Lebens schwer gezeichnet und habe sich lange an der Büste „abgemüht“. Wie immer kann man trefflich über den Eindruck dieses Kunstwerks streiten. Eines jedenfalls schafft das Hrdlicka-Opus: Es ist „ehrlich“. Vor Schumanns Sterbehaus wäre eine Büste des Komponisten - sagen wir mal in der martialischen Machart eines Arno Breker - völlig fehl am Platze.
Die Enthüllung der Schumann-Büste, maßgeblich finanziert von der Kunst- und Kulturstiftung der Sparkasse KölnBonn, bildete den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 150. Todestag des Komponisten. Bürgermeisterin Pia Findeis vertrat die Stadt Zwickau, was als kleine Geste für die Verbundenheit beider Schumann-Städte zu verstehen war. Bonn wie Zwickau, Schumanns Geburtsstadt, haben so ihre Schwierigkeiten mit der Pflege des Komponisten-Erbes gehabt.
Der Verein Schumann Haus Bonn e.V. hatte nun aber die aparte Idee, Widmungen zeitgenössischer Musiker an den toten Robert Schumann in die Stele, auf der die Büste befestigt ist, zu legen. Und Dirigent Nikolaus Harnoncourt schrieb auf die Partitur von Schumanns „Faust“-Szenen „Für meinen geliebten Schumann“.
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22. April 2012,
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