Von Birgit Heidsiek, 27.07.06, 11:22h
Mit seiner surrealen Komödie "Volver" ("Zurückkehren") liefert der Oscar-gekrönte, spanische Regisseur und Autor Pedro Almodóvar ("Alles über meine Mutter", "Sprich mit ihr") ein filmisches Feuerwerk voller Witz, Esprit und Leichtigkeit, in dessen Mittelpunkt die bewegenden Geschichten von Frauen aus drei unterschiedlichen Generationen stehen: heftig, hitzig, herzergreifend.
Bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen in Cannes gewann Almodóvar für sein ausgeklügeltes Skript den Drehbuchpreis, während sein Schauspiel-Ensemble mit dem weiblichen Darstellerpreis ausgezeichnet wurde. Mit "Volver" kehrt der spanische Kultregisseur sowohl in das Komödienfach als auch wieder in das weibliche Universum seiner früheren Werke zurück. "Zugleich ist dieser Film für mich eine Rückkehr nach La Mancha und zur Mutterbrust", erklärt Almodóvar, "weil ich darin an den Ort zurückkomme, an dem ich geboren bin. Während der gesamten Dreharbeiten habe ich die Anwesenheit meiner Mutter gespürt."
"Volver" ist nicht nur ein Film über die Familie, sondern entstand auch als ein echtes Familienprojekt. Als ausführender Produzent für diesen Film zeichnet sein Bruder Agustín Almodóvar verantwortlich, mit dem der Regisseur seit Mitte der 80er Jahre die spanische Produktionsfirma El Deseo betreibt. Zudem berieten auch die Schwestern den Regisseur bei diesem Filmvorhaben, indem sie seine frühen Kindheitserinnerungen wieder auffrischten. "Als kleines Kind nahm mich meine Mutter immer mit zum Fluss, wo sie Wäsche wusch und ein Lied über Feldarbeiterinnen sang. Dieses Bild hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt", betont der Filmemacher. Mit Hilfe seiner Schwestern konnte er den Songtext rekonstruieren. "Mein Filmkomponist Alberto Iglesias fand heraus, dass dieses Lied aus der Oper "La rosa del azafrán" stammt und ließ es in den Soundtrack einfließen."
Ihre Gesangskünste stellt auch die schöne Anführerin des starken Frauen-Quintetts (Penélope Cruz) in "Volver" unter Beweis, die kurz entschlossen das Restaurant ihres Nachbarn wieder eröffnet. Dort muss sie allerdings noch eine Leiche aus dem Weg räumen. Denn ihre halbwüchsige Tochter (Yohana Cobo) hat mit dem Küchenmesser ihren Stiefvater (Antonio de la Torre) erstochen, um sich gegen dessen sexuelle Übergriffe zu wehren. Ein Familiengeheimnis ganz anderer Art hütet hingegen ihre Schwester, die in ihrer Wohnung einen illegalen Friseursalon betreibt und ihren Kundinnen die Mutter als russische Aushilfe präsentiert. Doch auch die Mutter hat noch eine gewaltige Überraschung für sie parat...
Für diese hinreißende Komödie holte Almodóvar zum ersten Mal nach siebzehn Jahren wieder seine einstige Muse Maura vor die Kamera. "Dabei hatte ich vom ersten Moment an das Gefühl, als ob wir erst am Vortag aufgehört hatten, zusammen zu drehen." Aber auch Cruz, deren Hintern für diese Rolle mit einer künstlichen Prothese vergrößert wurde, besticht in "Volver" durch ihre herausragende schauspielerische Leistung. "Sie hat noch nie so gut und voller Emotionen gespielt", schwärmt der Regisseur, der immer wieder dadurch überrascht, dass er selbst die intimsten Geheimnisse der Frauen zu kennen scheint. In seinem bildgewaltigen, stimmigen Meisterwerk "Volver" zieht er alle Register, die das Kino zu bieten hat und lässt den Zuschauer zusammen mit seinen Protagonistinnen alle Gefühls- und Gemütszustände von himmelhoch jauchzend bis hin zu Tode betrübt durchlaufen.
Kinostart: 3.August
(dpa)
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22. April 2012,
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