Erstellt 29.08.06, 07:18h
Sonntags Anreise, montags zunächst gemeinsame christlich-jüdische Andacht in der Schlosskirche, dann der offizielle Empfang durch die Stadt im Gobelinsaal. So hielt es viele Jahre (bis 1994) Alt-Oberbürgermeister Hans Daniels, der die Begegnungswochen 1980 ins Leben rief, und so hält es Bärbel Dieckmann seit ihrer Wahl zur OB im Herbst 1994.
„Wir sind so etwas wie eine Familie“, betonte Bärbel Dieckmann in ihrer Begrüßung, und da mochte ihr niemand widersprechen. Auch in diesem Jahr haben wieder 15 von den Nazis vertriebene ehemalige jüdische Mitbürger den Weg in die alte Heimat gefunden. Judy und William Field aus England haben seit 1980 keine Begegnungswoche ausgelassen. Bereits zum 24. Mal ist Inge Dana aus New York dabei, genauso wie Marianne und Ron Downing aus England; eine eifrige „Bonn-Touristin“ ist auch Helga Silbermann aus New York, die zum 21. Mal den weiten Weg über den Atlantik gewählt hat. Inge Dana, deren Eltern in der Gerhard-von-Are-Straße gegenüber vom Münster ein Schneider-Atelier führten, und Helga Silbermann kennen sich übrigens bereits aus gemeinsamen Kindertagen in Bonn und pflegen die alte Freundschaft auch im fernen New York.
Wie schon in den Vorjahren werden sich die ehemaligen Mitbürger mit Bonner Schülern zu Zeitzeugengesprächen treffen. OB Dieckmann betonte nochmals, wie wichtig solche Begegnungen von ehemaligen Bonnern mit jungen Bonnern sind, da die Zeit der Nazi-Diktatur immer weiter in die Ferne rückt. Ein Abstecher nach Königswinter führt heute zur Besichtigung der Ausstellung „Jüdisches Leben in Königswinter“. Ein Besuch der Guggenheim-Ausstellung steht ebenso auf dem Programm wie das Konzert des Beethoven Orchesters an der Museumsmeile zum Auftakt des Beethovenfestes. Zeit zum Klönen besteht natürlich auch. Schließlich ist dies ein „Familientreffen“ - wenn auch eines der besonderen Art. (al)
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