Von LUTZ BLUMBERG, 30.10.06, 07:12h
Eingegangen war der Drohanruf um 20.45 Uhr bei der Kreisleitstelle. Laut BLZ-Informationen mit dem Wortlaut: Um 22 Uhr geht in der Mühlenberghalle eine Bombe hoch. Da die Halle mit einer Großveranstaltung voll besetzt war, entschied die Polizei, die Veranstaltung abzubrechen und die Besucher aus dem mutmaßlichen Gefahrenbereich herauszubringen.
In der Halle waren zu diesem Zeitpunkt international besetzte Meisterschaften im Kickboxen im Gange. Gegen 21.15 Uhr waren die Viertelfinalbegegnungen gerade beendet worden. Vor den Halbfinalkämpfen war eine Pause angesetzt. Noch in der Pause wurden Fahrer ausgerufen, deren Fahrzeuge die Feuerwehrzufahrten blockierten. Als sich bereits viele Besucher in der Pause auf dem Vorplatz der Mühlenberghalle befanden und die Rettungswege frei waren, ordnete die Polizei-Einsatzleiterin Gabriele Graf die Räumung der Halle an. Binnen Minuten war der Komplex leer.
Einzig auf dem Vorplatz sammelten sich die Besucher, einige wollten zurück in die Halle, um Jacken und Taschen zu holen. Die Veranstaltung ist beendet, verlassen sie das Gelände, es gibt eine Bombendrohung lauteten die Durchsagen der Beamten. Manche Besucher wollten das nicht akzeptieren, forderten lautstark ihr Geld zurück. Auch Kickboxer Alexander Leugner aus Bochum war nach seinem Kampf an die Luft gegangen, um sich abzukühlen. Nur in Boxershorts und mit einem Handtuch musste auch er das Gelände verlassen. Um 21.45 Uhr war der Vorplatz der Mühlenberghalle leer, die Ostlandstraße gesperrt, auf der Kreuzung Gaulstraße / Ringstraße / Ostlandstraße wurde der Verkehr weiträumig umgeleitet. Nachdem die angekündigte Detonation um 22 Uhr ausblieb, wurde die Halle von Spezialisten der Kölner Polizei durchsucht. Ein Spürhund konnte jedoch keine Bombe finden. Gegen Mitternacht wurde der Einsatz beendet.
Für den Boxclub Wipperfürth waren die Ereignisse wie ein Schlag ins Gesicht: Die Meisterschaftskämpfe des Abends waren hochkarätig besetzt. Meister aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Albanien waren angereist, die Halle war ausverkauft. Ein Dreivierteljahr Arbeit ist geplatzt, wie ein Luftballon, in den eine Nadel sticht, sagt Michael Berg vom Boxclub Wipperfürth. Der Verein hat Anzeige gegen unbekannt erstattet.
Nach dem Abbruch der Veranstaltung entschied sich der Vorstand des Clubs, die Preisgelder unter den Halbfinalisten aufzuteilen. Eine Fortsetzung der Kämpfe an einem anderen Datum kommt vorerst nicht in Betracht. Es ist fraglich, ob alle noch einmal antreten würden, so Michael Berg. Für den Boxclub Wipperfürth habe die Bombendrohung weit reichende Auswirkungen: Das kann für einen Verein das Aus bedeuten, bei all den Kosten. Außerdem müssen wir uns bei den Fans entschuldigen, die sind zum Teil von weither angereist.
Über mögliche Motive der Bombendrohung will beim Boxclub niemand spekulieren. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen. (Der Bericht über die Kickbox-Gala folgt.)
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