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Bahn: Von rechter Zeitung „ausgetrickst“

Von DANIEL TAAB, 01.12.06, 07:19h

Gerd Felser ist am Boden zerstört. „Ich schäme mich. Das hätte nicht passieren dürfen“. Der Sprecher der Deutschen Bahn fühlt sich von der Zeitung „Objektiv“...

Gerd Felser ist am Boden zerstört. „Ich schäme mich. Das hätte nicht passieren dürfen“. Der Sprecher der Deutschen Bahn fühlt sich von der Zeitung „Objektiv“ hinters Licht geführt und „ausgetrickst“. Herausgeber des Blattes, das an Kölner Schulen verteilt wurde, ist Martin Schöppe, der als Mitglied von pro Köln im Jugendhilfeausschuss der Stadt sitzt. Felser hatte dem Heft nichts ahnend ein Interview über die Sicherheit am Kölner Hauptbahnhof gegeben. Der Pressesprecher fiel aus allen Wolken, als er am Mittwoch per Email von einem Lehrer gefragt wurde, warum die Deutsche Bahn der rechten Zeitung ein Interview gebe. „Da wusste ich, dass wir einen großen Fehler gemacht haben“, sagte Felser.

In der Pressestelle der Bahn in Düsseldorf habe man nicht realisiert, wer hinter „Objektiv“ stehe. „Wir haben das Heft für eine normale Schülerzeitung gehalten und wollten einfach nur die wichtigen Fragen zum Thema Sicherheit beantworten“. Am 2. November habe die so genannte „3-S-Zentrale“ im Kölner Hauptbahnhof eine EMail von der „Objektiv“-Redaktion erhalten: Man wolle die Leser über das Thema Sicherheit aufklären. Einen Tag später wurde die Email an die Pressestelle in Düsseldorf weitergeleitet, und die antwortete arglos. „Dieser Vorfall wird uns eine Lehre sein. Wir werden in Zukunft auf jeden Fall besser recherchieren.“

Auch das Jugendrotkreuz sieht sich von dem Blatt getäuscht, weil dort eine Anzeige der Organisation mit dem Titel „Armut. Schau nicht weg“ abgedruckt wurde. „Diese Anzeige wurde aus dem Internet heruntergeladen und gegen unseren Willen gedruckt“, heißt es in der Jugendrotkreuz-Zentrale in Berlin. Pressereferentin Ute Sonnenberg spricht von einer „hinterhältigen Aktion“. „Unter diesen Umständen hätten wir nie eine Freigabe gegeben. Wir prüfen rechtliche Schritte.“ In der „Objektiv“-Ausgabe findet sich auch eine Anzeige der Polizei. Sie stamme vom LKA in Stuttgart und sei aus dem Internet heruntergeladen, hieß es im Kölner Präsidium. Auch dort geht man auf Distanz zu dem Abdruck.

Martin Schöppe, im Impressum als Herausgeber von „Objektiv“ genannt, sieht keinen Fehler. Bei der Deutschen Bahn habe man „normal“ angefragt und ein Interview bekommen. „Wir haben keinem geschadet. Die Zeitung ist gut geworden“, meint Schöppe. Über seine Partei hatte NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf im Oktober 2005 geurteilt: „Pro Köln verletzt mit ihrer fremdenfeindlichen Agitation die Menschenwürde der bei uns lebenden Ausländer.



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