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Mäusebussard vergiftet - Wilderei?

Erstellt 09.01.07, 07:06h

Sie waren auf einem Routine-Rundgang. Doch dann machten die Vogelschützer Alexander Heyd und Axel Hirschfeld in der Feldflur zwischen Disternich (Kreis Düren) und Weiler in der...

KREIS EUSKIRCHEN. Sie waren auf einem Routine-Rundgang. Doch dann machten die Vogelschützer Alexander Heyd und Axel Hirschfeld in der Feldflur zwischen Disternich (Kreis Düren) und Weiler in der Ebene (Kreis Euskirchen) eine kuriose Entdeckung: Sie stießen nach eigenen Angaben auf die Spuren eines Wilderers, der mit einer Netzfalle und vermutlich auch mit Giftködern seltenen Greifvögeln nachgestellt habe.

Mitten auf dem Acker nördlich des Feldweges „Erper Weg“ hätten sie zunächst einen offensichtlich vergifteten Mäusebussard entdeckt. Etwa 50 Meter daneben habe in einer kleinen Bodensenke ein Köder aus 10 Hühnereiern und Fleischresten gelegen. In einem nahen Feldgehölz fanden sie nach eigenem Bekunden schließlich eine mit einer lebenden Brieftaube beköderte, aktive Falle für Greifvögel, einen illegalen Habichtsfangkorb.

Und weiter: „Der Fangkorb befand sich in etwa acht Meter Entfernung zu einem Hochsitz am Rand des Feldgehölzes.“ Als zusätzliches Lockmittel seien zwei tote Tauben ausgelegt worden, von denen eine mit der Schnur direkt mit einem Pfeiler des Hochsitzes verbunden gewesen sei. „Da hat sich jemand viel Mühe gemacht, Greifvögeln den Garaus zu machen“, so Biloge Axel Hirschfeld vom Bonner „Komitee gegen den Vogelmord“.

Von einem Feldgehölz aus hätten sie kurze Zeit später einen mit Schrotflinte bewaffneten Mann beobachtet, der den Eier-Köder inspiziert, danach den toten Bussard aufgehoben habe und anschließend auf direktem Wege zum Fangkorb gegangen sei.

Alexander Heyd: „Der Mann zog eine Wasserflasche aus der Jacke und schüttete etwas davon neben die Taube. Als sich der Verdächtige wieder von der Falle entfernte, haben wir sofort die Polizei verständigt und sind auf ihn zugerannt. Als er uns heranlaufen sah, kehrte der Mann zur Falle zurück, löste sie aus und wollte damit weggehen.“

Er fange mit dem Gerät Tauben, habe der Mann gesagt. Nach seiner Identität befragt, stellte er sich als Pächter des dortigen Jagdrevieres vor. Der Bitte, bis zum Eintreffen der Polizei zu warten und den Korb nicht mitzunehmen, habe der Mann aus dem Bereich Nörvenich nicht entsprochen. Er habe die Falle in den Kofferarum gepackt und gerufen „Das ist meiner. Ich bin im Revier“ und sei davon gebraust. Wenig später sei er zurückgekehrt und habe der Polizei erklärt, er habe die Falle angeblich kurz vor Eintreffen der Vogelschützer „gefunden“ und wollte sie gerade zur Polizei bringen. Die Taube habe er fliegen gelassen. „Jede Wette, dass der inzwischen mit einem Anwalt telefoniert hatte“, meint Hirschfeld und verweist auf das von ihm erstellte Video, auf dem der mutmaßliche Wilderer mehrfach zugebe, den Fangkorb eingesetzt zu haben. Der illegale Fangkorb, der tote Bussard, Proben der mutmaßlichen Giftköder und die toten Locktauben wurden von der Euskirchener Polizei nach Rücksprache mit dem Landeskriminalamt in Düsseldorf zur Untersuchung sichergestellt. Das Komitee kündigte eine Anzeige wegen des Verdachts auf Jagdwilderei und weiterer Straftaten an. (sch)



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