Erstellt 19.01.07, 19:09h, aktualisiert 19.01.07, 21:07h
Im Kreis Euskirchen musste die Feuerwehr bis gestern früh um sechs Uhr 465 Einsätze fahren, mehr als 900 Feuerwehrleute waren im Einsatz. In der Eifel gab es zahlreiche Stromausfälle, auch gestern mussten einige Ortschaften noch über Notstromaggregate versorgt werden. In der Gemeinde Niederzier im Kreis Düren mussten 23 Menschen evakuiert werden, weil ein Baum auf einen Flüssiggastank gestürzt war.
Nahezu alle Gehege und Gatter des Hellenthaler Wildgeheges (mit Ausnahme der Greifvogelstation) wurden durch „Kyrill“ zerstört. Eine Reihe von Tieren wurde durch umstürzende Bäume erschlagen. Das Gehege ist geschlossen. Einen genauen Überblick, wie viele Tiere getötet wurden und wie viele aus dem Gehege in die umliegenden Wälder geflüchtet sind, hat die Gehegeleitung noch nicht.
Oberbergischer Kreis: Die Dörfer in der oberbergischen Gemeinde Reichshof befanden sich gestern im Ausnahmezustand. Mehr als 20 Stunden lang waren nach Schätzung des RWE 11 000 Haushalte ohne Strom, als der Energieversorger am Nachmittag in Aussicht stellte, dass am Abend die Lichter in den meisten Häusern wieder angehen sollten. Alten- und Kinderheime hatten auf kalte Küche umgestellt, Geschäfte blieben geschlossen. Um die Schadensstellen überblicken zu können, wurden Hubschrauber eingesetzt. Die Räumung der Straßen durch Feuerwehren, Bauhöfe und Straßenmeistereien dauerte gestern an. Am Morgen waren noch 42 Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Mindestens ein Dutzend werden auch heute noch nicht freigegeben werden können.
Rheinisch-Bergischer Kreis: Hier wurde ein Mensch schwer und fünf leicht verletzte. Nach Angaben des Forstamtes wurden etwa 70 000 Bäume umgebrochen oder umgeworfen. Straßensperrungen und die Stromausfälle dauerten in entlegenen Gegenden bis zum Mittag an.
In Hückeswagen wurde eine Frau durch einen umstürzenden Baum schwer am Kopf verletzt. Im Bereich Wipperfürth und Lindlar waren Ortsteile gestern Abend noch ohne Strom.
In Bonn und dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis hielten sich die Schäden einigermaßen in Grenzen. Vier Menschen wurden leicht verletzt. Der Sachschaden dürfte aber auch hier insgesamt in die Millionen gehen.
Auch der rechtsrheinische Rhein-Sieg-Kreis kam recht glimpflich davon. Bei 15 Verkehrsunfällen gab es nur einen leicht Verletzten: den Fahrer des Lastwagens, der auf der Bundesstraße 8 bei Hennef-Uckerath umgekippt ist. In zahlreichen Ortschaften fiel allerdings zeitweise der Strom aus. Sieg und Agger führten zeitweise Hochwasser, Schäden gab es dadurch aber nicht.
In Köln , wo es vier Leichtverletzte gab, hat vor allem der städtische Wald stark gelitten. Die Schäden sind nach einer ersten Bilanz größer als beim Sturm „Wiebke" 1990. Im Stadtteil Dünnwald fegte der Orkan 2000 Festmeter Nadelbäume um - die Einschlagmenge eines ganzen Jahres. An 99 städtischen Gebäuden gibt es Schäden mit einer Gesamtsumme von etwa 290 000 Euro. Schlimmster Fall: An der katholischen Grundschule Andreas-Hermes-Straße hob der Wind das Dach an und riss einen benachbarten Kran mit. An einem Musical-Zelt am Südstadion wurden Seitenteile abgerissen. Wegen Reparaturarbeiten müssen die Vorstellungen am Wochenende abgesagt werden. Das kostbare Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum, auf das ein Verschalungsteil gestürzt war, wird noch auf Schäden untersucht. Allein die Kosten für die Beseitigung der Schäden an Scheiben und Wänden werden aber auf 100 000 Euro geschätzt.
Rhein-Erft-Kreis: Rund 1500 Einsätze notierte die Einsatzzentrale der Feuerwehren. Durch eine beschädigte Stromleitung kam es zu längeren Ausfällen in einigen Frechener, Kerpener und Bergheimer Stadtteilen. (EB)
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige