Erstellt 15.11.06, 12:31h
Wie die Milchunion Hocheifel (MUH) am Mittwoch mitteilte, unterzeichneten die beiden Unternehmen einen Partnerschaftsvertrag, der zunächst eine enge Kooperation vorsieht. In 12 bis 15 Monaten sei dann ein Zusammenschluss denkbar, sagte ein Sprecher. Die MUH ist mit rund 900 Millionen Kilogramm verarbeiteter Milch im Jahr die sechstgrößte Molkerei in Deutschland, Humana Milchunion steht mit 2,1 Milliarden Kilogramm nach der Branchenführerin Nordmilch auf Platz zwei.
Gemeinsam könnten die beiden Unternehmen sich den wachsenden Herausforderungen am Markt besser stellen und ihre Position im Wettbewerb stärken, teilte die MUH mit. Die EU-Agrarreform und der wachsende Wettbewerb innerhalb der EU stellten höhere Anforderungen an die Molkereien. "Diese Herausforderungen lassen sich gemeinsam einfach besser meistern", sagte der Geschäftsführende Vorstand der MUH, Rainer Sievers. Nach der Fusion werden die beiden Unternehmen rund drei Milliarden Kilogramm Milch im Jahr verarbeiten.
Die Branche steht in Deutschland seit langer Zeit vor allem wegen des Preisverfalls bei der Milch unter erheblichem Druck. Vor allem Discounter wie Aldi drücken stetig die Preise. Die Bauern als Lieferanten für die Molkereien klagen seit langem über defizitären Wettbewerb. Vor zwei Jahren hatte Humana bereits einen Fusionsversuch mit der Bremer Nordmilch-Gruppe gestartet. Diese Bemühungen waren jedoch gescheitert. Es hätten sich keine Vorteile für die angeschlossenen 8000 Bauern ergeben, hatte Humana damals erklärt.
Auch mit einer breiter angelegten Produktpalette wollen sich die Unternehmen besser für die Zukunft rüsten. Während die MUH ausschließlich haltbare Milchprodukte herstellt, bietet Humana ein breites Sortiment von Quark, Käse über Eiscreme bis hin zu Desserts. Beide Unternehmen sind genossenschaftlich organisiert und schließen auch geographisch aneinander an. Als Eckpunkte auf dem Weg zur Fusion seien der Ausbau des Eifel-Standortes Pronsfeld und die Optimierung der Konzernstruktur bei Humana vereinbart worden.
Die Humana Milchunion setzte 2005 mit rund 3000 Mitarbeitern knapp 2 Milliarden Euro um. Die MUH beschäftigt 600 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 450 Millionen Euro. Stark sind die Molkereien zunehmend im Auslandsgeschäft: Humana exportiert bereits in 35 Länder, die MUH in 20. (dpa)
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