Erstellt 06.12.06, 10:07h
"Wiimote" heißt das Zauberwort, das dazugehörige Gerät sieht nach einer Fernbedienung aus. Mit dem Controller kann man das ganze Spiel steuern: Bewegungssensoren lassen die Wiimote mal Lenkrad, mal Schwert, mal Tennisschläger sein. Der Spieler sitzt nicht mehr mit einem Dutzend Knöpfen im Fernsehsessel, sondern steht vor dem Gerät und schwingt etwa den imaginären Golfschläger. "Wir wollen mit der Wii ganz neue Zielgruppen ansprechen, die bislang eine gewisse Schwellenangst vor angeblich komplizierten Videospielen hatten", sagt Stefan Gundelach von Nintendo in Großostheim (Bayern). Selbst Anfänger kämen mit dem Controller sofort klar.
"Die neuen Käuferschichten sind Nintendos große Chance", glaubt Markus Schwerdtel von der in München erscheinenden Zeitschrift "GamePro". "Das ist auch etwas für Leute, die sonst nichts fürs Spielen übrig haben." Zudem habe Nintendo an ein "schickes Design" gedacht: "Das sieht fast aus wie ein iPod fürs Wohnzimmer." Mit einem Preis von 250 Euro ist die Wii vergleichsweise günstig. "Aber wichtiger ist noch das Image", glaubt Schwerdtel. "Nintendo war immer mehr das Spielzeug, die Konkurrenz war einfach cooler". Neue Spiele, neues Design und neues Marketing könnten das jetzt ändern.
Gleich 27 Titel gibt es zum Verkaufsstart. Mario ist erstmals in der Nintendo-Geschichte noch nicht dabei, der italienische Klempner muss noch warten. Dafür liegt der aktuelle Titel der "Zelda"-Reihe in den Regalen. Electronic Arts (EA) bringt Sport- und Autorennspiele heraus, eigentlich eine Domäne von Xbox und Playstation.
"Durch die neuartige Steuerung ergeben sich fantastische Möglichkeiten für die Spieldesigner und -entwickler", sagt Martin Lorber von EA. EA wolle bei allen Konsolen "die individuellen Möglichkeiten ausschöpfen". Technisch könnten die Geräte der Konkurrenz verlockender sein.
Nintendos Steuerung ist revolutionär, dahinter steckt jedoch verhältnismäßig simple Technik. Die Xbox 360 und erst recht die Playstation 3, wenn sie im März 2007 kommt, bieten viel mehr Rechenleistung. "Die Wii ist in der Tat wesentlich leistungsschwächer", bestätigt Schwerdtel. "Wer sich einen Riesen-HD-Fernseher ins Wohnzimmer stellt, ist mit der Konkurrenz auf alle Fälle besser beraten." Jedoch sei die Konkurrenz doppelt so teuer.
(dpa)
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22. April 2012,
E-Werk Köln
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