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Liebe per Mausklick

Erstellt 20.12.06, 12:30h

Über Singlebörsen im Internet können schnell Kontakte geknüpft werden, aber die virtuelle Suche hat auch Nachteile. Verunsicherungen entstehen wegen der Anonymität im Netz.

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Partner aus dem Netz - immer mehr Singles gehen online auf die Pirsch.
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Partner aus dem Netz - immer mehr Singles gehen online auf die Pirsch.
Hamburg/Erfurt - Sie heißen "Naturbursche" oder "Schneewittchen": Hinter den viel versprechenden Pseudonymen verbergen sich einsame Herzen, die im Internet auf der Suche nach ihrem Traumpartner sind. Aber die virtuelle Suche hat auch Nachteile. Verunsicherungen entstehen wegen der Anonymität im Netz und datenschutzrechtlicher Bestimmungen.

Allein im September besuchten nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Berlin 7,2 Millionen Nutzer aus Deutschland so genannte Singlebörsen. "Singlebörsen sind virtuelle Marktplätze, auf denen der Nutzer zwischen vielen potenziellen Partnern wählen kann", erklärt Henning Wiechers vom Branchendienst "Singlebörsen-Vergleich.de" in Hamburg.

Zu den großen Portalen in Deutschland gehören "friendscout24.de", "ilove.de", "match.de", "meetic.de" und "neu.de". Nach der nötigen Registrierung ist der Single samt Steckbrief und Foto Teil des Marktplatzes. Kernstück jeder Singlebörse ist laut Wiechers eine ausgefeilte Suchfunktion, mit der die Nutzer zahlreiche Profile nach dem Traummann oder der Traumfrau durchforsten können. Ist ein Kandidat gefunden, wird über ein internes Mailsystem oder einen Chat angebandelt. "Je nach Anbieter kostet ein Monatsabonnement zwischen 5 und 30 Euro", sagt Wiechers. Die Registrierung und das Anlegen eines Profils seien oft zwar kostenlos, die Kontaktaufnahme erfordere aber ein so genanntes Premium-Abonnement.

Damit die Suche nach dem Traumpartner im Netz erfolgreich verläuft, ist zunächst ein gutes Foto wichtig. "Die Nutzer sollten sympathisch wirken und sich nicht verstellen", sagt Sven Jan Arndt, Geschäftsführer von "neu.de" in München. Auch mit einer kreativen Selbstbeschreibung hebt man sich laut Arndt von der Masse ab. Generell gilt: Das Profil sollte authentisch sein.

Bei der Kontaktaufnahme mit einem aussichtsreichen Kandidaten sollten die Nutzer individuell auf das Profil eingehen. "Massenweise Standardmails zu verschicken, bringt überhaupt keinen Erfolg", sagt Tanja Biller, Pressesprecherin von "friendscout24.de" in München. Sie empfiehlt, auf das Gegenüber einzugehen und persönliche Fragen zu stellen. "Auch Humor kommt immer gut an", so Arndt. Biller rät den Nutzern, vor einem Treffen zu telefonieren und Fotos auszutauschen. Das erste persönliche Kennenlernen sollte laut Arndt immer an einem öffentlichen Ort stattfinden.

Die Anonymität von Singlebörsen bringt jedoch einige Nachteile mit sich. So ärgern sich die Nutzer der Portale Wiechers zufolge am häufigsten über Mitglieder, die online völlig anders aussehen als in Wirklichkeit oder die andere Absichten haben als vorgegeben. "Die Nutzer beschummeln sich also untereinander", sagt Wiechers.

Problematischer seien allerdings kommerzielle Fälschungen. Diese so genannten Fakes könne der Nutzer an Standardtexten im Profil und Verweisen auf andere Websites erkennen, erklärt Arndt. "Die gewerblichen Profile versenden sehr viele standardisierte Nachrichten, in denen sie oft ungewöhnliche Handynummern und seltener teure 0900- oder 0190-Nummern als Kontakt angeben", warnt Wiechers.

Bei dem Thema Datenschutz im Internet gilt es einiges zu beachten. "Alles, was der Nutzer über sich selbst offenbart, ist erlaubt. Problematisch wird es, wenn Informationen an Dritte weitergegeben werden", erklärt Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein in Kiel. Erlaubt sei die Weitergabe personenbezogener Daten an dritte Firmen, die für die technische Unterstützung der Singlebörsen zuständig sind, etwa Server-Betreiber. (dpa)



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