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Im Regen gegen rechts

Von CHRISTOPH MATHIEU, 05.03.07, 07:19h

„Edelweißpiraten ehren, Pro Köln stoppen“, stand in roter Schrift auf dem größten Plakat, das von den jungen Demonstranten am Samstagnachmittag durch die Stadt getragen...

„Edelweißpiraten ehren, Pro Köln stoppen“, stand in roter Schrift auf dem größten Plakat, das von den jungen Demonstranten am Samstagnachmittag durch die Stadt getragen wurde. 1800 Schüler zogen vom Roncalliplatz aus über die Ringe zum Rudolfplatz, um gegen die Partei „Pro Köln“ und die Schülerzeitung „Objektiv“ zu demonstrieren.

„Schön, dass ihr alle trotz des Regens hier seid“, bedankte sich Demonstrationsleiter Hendrik Gystufysen per Megaphon und fragte, ob nicht wetterbedingt ein kürzerer Weg gegangen werden sollte. Die Antwort bekam er in Form von Buhrufen und empörten Pfiffen. Die Schüler waren sich einig: Wenn man sich schon in so großer Zahl versammelt, um ein Zeichen zu setzten, dann bitte richtig!

Deshalb dauerte die Kundgebung knapp zwei Stunden. Allerdings waren die großen Banner schon schnell so durchnässt, dass sie eingerollt werden mussten. Stattdessen skandierten die Teilnehmer Parolen gegen rechts und machten so ihrem Unmut über die Politik von „Pro Köln“ Luft. Die einen machten mit lautem Getrommel auf Percussioninstrumenten und schrillem Geträller durch Plastikpfeifen auf sich aufmerksam. Andere sangen aus voller Brust Anti-Rechts-Songs der Band „Die Ärzte“ mit, die ein DJ von der Ladefläche eines Lasters aus spielte.

Per Mund-zu-Mund-Propaganda an Schulen, aber auch im Internet und mit Flugblättern war für die Demonstration geworben worden. Jana Uckermann und Clara Terhad hatten von ihrer Schülervertretung davon erfahren. Die beiden Mädchen sind Schülerinnen der achten Klasse am Schillergymnasium. Die Schülerzeitung „Objektiv“, die unter anderem die Kurzgeschichte vom jugendlichen Vergewaltiger „Ali“ enthält, wurde vor der Schule verteilt. Auch Jana und Clara hatten das Heft schon in den Händen. „Gelesen haben wir es aber nicht“, sagte Jana. „Die Lehrer haben das Blatt sofort konfisziert.“ Direkte Probleme mit Rechten hatten die beiden Mädchen noch nicht. „Ich glaube nicht, dass es an unserer Schule solche Leute gibt.“

Lars Repp (18) vom Organisationsteam der Demo ist da anderer Meinung. Er glaubt, dass rechtes Denken unter Jugendlichen immer populärer wird: „Daher hielten wir es für sehr wichtig, auf die Straße zu gehen. Die Rechten dürfen kein Forum bekommen, schon gar nicht an Schulen.“



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