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Tückische „Leckerchen“ am Wegesrand

Von VOLKER JOST, 08.03.07, 21:10h

Rheinbach-Wormersdorf - Hundehalter aus Rheinbach und Umgebung sind empört: Ein Unbekannter hat Giftköder an einem Wirtschaftsweg zwischen Rheinbach und Wormersdorf ausgelegt.

RHEINBACH-WORMERSDORF. Hundehalter aus Rheinbach und Umgebung sind empört: Ein Unbekannter hat Giftköder an einem Wirtschaftsweg zwischen Rheinbach und Wormersdorf ausgelegt. Mindestens zwei Hunde sind an dem Nervengift in den Ködern bereits verendet, mehr als ein Dutzend weitere Tiere musste tierärztlich behandelt werden. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei Bonn wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen unbekannt, hat aber bislang noch keine Spur.

Von Donnerstag bis Sonntag vergangener Woche seien mehrere Hunde durch die Köder vergiftet worden, die entlang des Feldweges oberhalb eines Aussiedlerhofes verteilt worden waren, erklärt das Ordnungsamt der Stadt. Dessen Mitarbeiter waren daraufhin ausgeschwärmt und hatten eine Reihe von Giftködern eingesammelt, vor allem im Bereich eines Hochstandes direkt am Weg. Die Funde wurden der Kripo übergeben, die wiederum die Köder zur toxikologischen Untersuchung an das Gerichtsmedizinische Institut in Bonn weitergab. Dort wird zurzeit die Giftsubstanz ermittelt. „Das dauert allerdings einige Tage", erklärt Kripo-Pressesprecherin Daniela Lindemann. Kommende Woche sei mit dem Ergebnis zu rechnen. Außerdem werde der Mageninhalt eines vergifteten Hundes untersucht. Leider habe man bislang keinen konkreten Täterhinweis. Deshalb bittet Lindemann alle Hundebesitzer und Spaziergänger, denen in diesem Bereich etwas Verdächtiges aufgefallen ist, sich unter Ruf (0228) 150 bei der Kripo zu melden.

Die meisten „Herrchen“ meiden das Gelände im Moment. Andreas Scheben jedoch lässt sich nicht einschüchtern und geht weiterhin mit seinem Berner Senn-Mischling „Cleo" dort spazieren. Er beobachtet „jetzt genau, wo der Hund hingeht, ob er an etwas schnuppert oder Anstalten macht, etwas zu fressen“, sagt Scheben. Kritik übt Scheben aber auch an manchen Hundehaltern: „Es muss doch nicht sein, dass die Hunde durch die frische Saat toben.“

Maike Panz reagierte entsetzt, als sie von den Giftködern erfuhr. Sie war gestern mit ihren drei Australian Shepherds „Nelly", „Tiger" und „Joe Lynn" unterwegs und bezeichnet die Tat als "Unverschämtheit". Sie will ihre Hunde nicht der Gefahr aussetzen und lieber in anderen Gegenden Gassi gehen. „Das Gebiet meiden und generell die Hunde anleinen", dazu rät Tierarzt Dr. Georg Kovermann aus Rheinbach. Mehrere Hundebesitzer haben bereits bei ihm Hilfe gesucht. Symptome bei den Tieren seien verstärktes Speicheln, Erbrechen, unkoordinierte Bewegungen, Schwäche in einem oder mehreren Gliedmaßen und schließlich epileptische Anfälle. Da sei sofortige Hilfe nötig. Nicht nur an besagtem Feldweg, sondern auch in der Nähe der Glasfachschule habe es Vergiftungsfälle gegeben. „Es sind unterschiedliche Köder gefunden worden", weiß Kovermann, „einige riechen streng nach Thunfisch, andere sind bläulich gefärbte Leckerchen“.



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