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Eisbärbaby Knut darf leben

Von HANS-RÜDIGER BEIN, 20.03.07, 09:46h, aktualisiert 20.03.07, 11:33h

Das Berliner Eisbärbaby Knut wird nicht umgebracht. Spekulationen um eine Todesspritze wegen angeblich nicht artgerechter Haltung wies Zoo-Tierarzt André Schüle als "kompletten Blödsinn" zurück.

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Der tapsige Eisbär Knut mit den schwarzen Knopfaugen ist der neue Liebling der Hauptstadt.
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Der tapsige Eisbär Knut mit den schwarzen Knopfaugen ist der neue Liebling der Hauptstadt.
BERLIN. Das Schicksal des Berliner Eisbärbabys Knut erhitzt die Gemüter. Seit Wochen streiten Experten wegen der Aufzucht des Bären von Menschenhand. Aber jetzt steht fest: Knut darf leben. Spekulationen um eine Todesspritze wegen angeblich nicht artgerechter Haltung wies Zoo-Tierarzt André Schüle gestern als „kompletten Blödsinn“ zurück. In Medienberichten („Der Spiegel“, „Bild“) hatten Tierschützer die Aufzucht scharf kritisiert und empfohlen, das Tier zu töten. Dazu sagte Schüle: „Diese zusammengebastelten Teilwahrheiten verärgern und sind nicht nachvollziehbar.“ Der Fall Knut sei nicht vergleichbar mit einem Fall im Zoo Leipzig. Dort war ein Lippenbärbaby eingeschläfert worden.

In Berlin hatte die frühere Zirkus-Bärin Tosca (20) am 5. Dezember vergangenen Jahres in ihrer Wurfhöhle versteckt Zwillinge zur Welt gebracht. Tosca zeigte keinen Mutterinstinkt, setzte die Jungtiere vor der Höhle aus und ignorierte sie. Tierärzte und -pfleger brachten den Nachwuchs vor der herumlaufenden Eisbärin in Sicherheit. Laut Schüle stellte sich schnell heraus, dass die Kleinen „mit Lebendgewicht von 780 und 810 Gramm eigentlich kräftige Kerle waren“. Zur Zeit der Geburt herrschten im milden Winter etwa zehn Grad. Die Jungtiere, etwa so groß wie Meerschweinchen, waren nicht unterkühlt, die Atmung war gut. Angesichts einer günstigen Prognose entschied sich die Zoo-Direktion für den Rettungsversuch. Eines der Jungtiere starb jedoch nach vier Tagen an einer Darminfektion.

Auch der Deutsche Tierschutzbund lehnt die Tötung Knuts ab. „Dieses Tier muss am Leben bleiben. Die Tötung hat nichts mit Tierschutz zu tun“, sagte Verbandspräsident Wolfgang Apel.

Das Lippenbärbaby im Zoo Leipzig sei dagegen stark unterkühlt und völlig entkräftet gewesen. Eine Überlebenschance habe es kaum gegeben. „Die Situation in Leipzig war überhaupt nicht zu vergleichen mit der in Berlin, das sind total unterschiedliche Paar Schuhe“, sagte Schüle.

Knut konnte nach 44 Tagen im Brutkasten mit Handaufzucht aufgepäppelt werden. Der Mini-Bär hat nach knapp 110 Tagen bereits ein Gewicht von rund neun Kilo. Dank einer Flut von Bildern aus seiner Kinderkiste stieg das putzige Fellknäuel zum Liebling von Tierfreunden in ganz Deutschland auf.

Noch vor Ostern soll sich Knut im Zoo erstmals dem Publikum und den Medien leibhaftig im Freien präsentieren. Vom 24. März an ist die neue Zoo-Attraktion im ARD-Fernsehen jeweils samstags Hauptdarsteller in einer zehnteiligen Dokumentation. (dpa)



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