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Geigenbau in NRW

Erstellt 12.03.07, 10:47h

Drei selbst gebaute Geigen hat Anna Katharina Luhmann schon verkauft, die letzte an einen Profi-Geiger. Ihren Traumberuf hat die Geigenbauerin gefunden, aber ein Traum muss noch Wirklichkeit werden.

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Die Geigenbaumeisterin Anna Katharina Luhmann arbeitet in ihrer Wekstatt in Düsseldorf mit ihrem Schnitzmesser an einer Geigenschnecke.
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Die Geigenbaumeisterin Anna Katharina Luhmann arbeitet in ihrer Wekstatt in Düsseldorf mit ihrem Schnitzmesser an einer Geigenschnecke.
Düsseldorf -­ Hals und Schnecke des alten Instruments sind in tadellosem Zustand, doch der Korpus sieht mitgenommen aus. Anna Katharina Luhmann schiebt einen Zahnarztspiegel durch das f-förmige Schallloch in den Bauch der Geige und gibt die Diagnose bekannt: Decke mehrfach zerrissen, drei Wurmlöcher. "Das wird eine Menge Arbeit, die wieder hinzukriegen", sagt die 28-Jährige. Luhmann ist die jüngste Geigenbaumeisterin in Nordrhein-Westfalen.

Sie findet in den "Eingeweiden" der Geige einen Zettel, dem zufolge das Instrument 1735 in Cremona, Italiens weltberühmter Geigenbauschule, entstanden sein soll: "Stimmt garantiert nicht. Sie ist alt, aber nicht besonders wertvoll." Luhmanns Werkstatt liegt in der Düsseldorfer Antoniusstraße. Im Hintergrund erklingt im Radio ein Violinkonzert von Brahms. An zwei Tagen in der Woche ist die Werkstatt geöffnet. Dann kommen Hobby- und Berufsmusiker oder Studenten mit ihren Instrumenten, lassen gebrochene Hälse flicken, Stege ersetzen und die Bögen neu behaaren ­ mit mongolischem Pferdeschweif.

Drei selbst gebaute Geigen hat Anna Katharina Luhmann schon verkauft, die letzte an einen Profi-Geiger. Ihre Geigen kosten 9000 Euro: "Ein fairer Preis für ein gutes Instrument. Für Anfänger und Schüler muss man aber soviel nicht ausgeben." 15 neue und alte, restaurierte Geigen hängen an der Wand. Ganz links ihre allererste Geige, die sie mit 14 Jahren in einem Workshop in der Schule schuf. Sie ist unverkäuflich.

Für ihren ungewöhnlichen Beruf entschied sich die 28-Jährige kurz vor dem Abitur. An der Newark Schule für Violin-Bau im englischen Nottingham, die pro Jahr 30 Schüler aus aller Welt absolvieren, lernte sie ihren Beruf: Instrumentengeschichte, Wissen über Hölzer, handwerkliches Geschick. "Jeder Geigenbauer entwickelt seine eigene Handschrift, die ihn unverkennbar macht."

Anna Katharina Luhmann war nach ihrer Ausbildung fünf Jahre in einer Düsseldorfer Werkstatt angestellt, Schwerpunkt Restaurierung und Reparatur. Dann machte sie sich selbstständig. Vier Geigenbau-Betriebe gibt es in der Landeshauptstadt. "Und wenig Nachwuchs. Ich bin ein seltenes Exemplar", lacht die 28-Jährige.

In Nordrhein-Westfalen erwarben im vergangenen Jahr gerade einmal zwei Geigenbauer ihren Meistertitel, 2005 war es nur einer. Ihren Traumberuf hat die Geigenbauerin gefunden, aber ein Traum muss noch Wirklichkeit werden: Eines Tages sollte vor ihr in der Werkstatt eine echte Stradivari aus Cremona liegen.

(dpa)



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