Von TIM ATTENBERGER, 21.04.07, 07:19h
Die Ausstellung Europa verhaftet - für ein Europa ohne Jugendgefängnisse soll den Besuchern einen Eindruck davon verschaffen, wie beengt der Raum ist, auf dem Häftlinge leben müssen. Wir wollen außerdem zeigen, dass harte Haftstrafen bei Jugendlichen nicht resozialisierend wirken, sondern im Gegenteil zu sehr hohen Rückfallquoten führen, erklärt Jünschke.
Sozialdezernentin Marlis Bredehorst freut sich über das Engagement: Dieses Projekt gibt uns die Möglichkeit, in Köln einen Diskussionsprozess über Jugendstrafen anzustoßen. Repression sei kein geeignetes Mittel, um Jugendliche zu erreichen. Bredehorst bevorzugt Maßnahmen, die präventiv wirken. Deshalb sollen nach und nach möglichst viele Kölner Schulklassen die Ausstellung besuchen, damit die Kinder und Jugendlichen sehen, wie belastend eine Haftstrafe sein kann.
An den Außenwänden des Zellen-Nachbaus hängen Plakate, auf denen jugendliche Strafgefangene zu Wort kommen und sich zu verschiedenen Aspekten der Haft äußern. Ein Häftling spricht zum Beispiel darüber, wie furchtbar es für die von seinem Vater gezüchteten Rottweiler sein müsse, immer im Zwinger eingesperrt zu sein: Ich bin erst seit vier Monaten hier im Gefängnis, die Hunde leben so schon seit neun Jahren.
Noch bis 4. Juni kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Kalk Karrees besucht werden. Danach wird sie im Rahmen des Evangelischen Kirchentags eine Woche lang auf dem Markt der Möglichkeiten in den Messehallen zu sehen sein.
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