Von OLAF WEIDEN, 22.04.07, 19:19h
Zum anschließenden „Flötenkonzert“ blieb nur noch ein Kammerorchester aus Streichern auf der Bühne, hinzu kam Järvis Tochter Maarika. Diese übernahm den lieblichen Solopart im „Chant of the Celestial Lake“ von Peeter Vähi (Jahrgang 1955): ein estnischer Komponist, interpretiert von einer estnischen Flötistin mit klarem schönen Ton, geleitet von einem „Esten des Jahrhunderts“ - so lautet ein offizieller Titel des viel geehrten Dirigenten.
„Con Anima“ wäre als durchgängige Bezeichnung für die Musik Vähis gültig, der starke Anleihen bei östlichen Kulturen sucht. So wirkte seine tonale, häufig in sich kreisende Klangsprache orientalisch und kontemplativ. Es sollte eine Ode an die Liebe sein, ein Lied des ewigen Friedens, deshalb gab es keine Aufregungen - und leider auch wenig Anregung für Menschen, die noch etwas erleben wollen.
Für die schmatzten die Blechbläsersätze zu Beginn von Skrjabins Sinfonie Nr. 3 „Le Divin Poème“, wiederum ein erhabenes Thema mit weitem poetischen Atem, bei dem schon mal die Luft ausgeht. Auch hier suchte der Komponist Dialoge mit Instrumentengruppen oder Solisten, und es erhärtete sich der Eindruck, dass neben den langjährigen Solo-Stützen mit der Konzertmeisterin Naoko Ogihara eine sehr selbstbewusste starke Stimme für das Orchester gefunden werden konnte.
Gerade Järvi appellierte stark an Eigeninitiativen im Orchester. War beim Blech (am Freitag) der Glanz häufig getrübt, so konnten diesmal die Streicher punkten; am Schluss stand viel Applaus für alle Beteiligten.
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22. April 2012,
E-Werk Köln