Von CHRISTOPH MATHIEU, 29.04.07, 20:37h
Bei der Abschlussprüfung des Kurses am Sonntagnachmittag wurden sie sozusagen ins kalte Wasser geworfen. Die Teilnehmer wissen nicht, über welches Thema sie referieren müssen, und einige der angehenden Stadtführer tun dies erstmals in einer fremden Sprache, sagte Ilona Priebe, Leiterin von Regio Colonia. So drückten die Juroren - freiwillige Testkunden, die ihre Bewertungen auf Fragebögen notierten - gerne ein Auge zu, wenn auf der Bustour durch die Stadt jemand mal einen kurzen Aussetzer hatte.
Die Ausbildung dauerte nur neun Monate, war aber trotzdem sehr intensiv, sagte Teilnehmer Erwin Orywal. Da rauchte einem schon oft der Kopf, wenn wir etwa für eine Zwischenprüfung pauken mussten. Und das alles neben dem eigentlich Beruf! Orywal ist Professor für Ethnologie an der Universität. Irgendwann wollte ich mehr über die Stadt wissen, in der ich lebe, und habe viel recherchiert. Aus dem gesammelten Material ist dann das Buch ,Kölner Stammbaum entstanden. Meine Liebe zu der Stadt ist so gewachsen, dass ich mich als Stadtführer noch intensiver mit ihr beschäftigen möchte. Deshalb hat sich Orywal entschieden, auch Führungen auf Kölsch zu machen.
Genauso wie sein Kollege Heribert Frank. Der pensionierte Lateinlehrer sieht die Arbeit als optimalen Zeitvertreib: Letztes Jahr habe ich eine Stadtführung durch Köln mitgemacht. Die hat mir sehr gut gefallen, und ich wusste, dass mir so etwas auch liegen würde. Da habe mich gleich zur Schulung angemeldet. Für die 27-jährige Marina Bartel geht es um mehr als nur um den Zeitvertreib. Die gebürtige Russin wohnt seit einem Jahr in Köln und möchte sich hauptberuflich mit Tourismus und Köln beschäftigen. Ich werde Führungen in Deutsch, Englisch und Russisch anbieten, freute sie sich. Das ist eine gute Basis, um mein Touristikstudium zu beginnen.
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