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Die afrikanische Heimat nie vergessen

Von LARS HERING, 17.05.07, 07:21h

Das Handy klingelt alle paar Minuten, das Hemd ist ordentlich gebügelt und die Hände sehr gepflegt. Fred-Eric Essam, das wird schnell klar, steht erfolgreich im Leben. Doch der...

Das Handy klingelt alle paar Minuten, das Hemd ist ordentlich gebügelt und die Hände sehr gepflegt. Fred-Eric Essam, das wird schnell klar, steht erfolgreich im Leben. Doch der 39-jährige IBM-Manager aus Köln ist keiner von denen, der nur auf sich schaut. Er hilft seit Jahren Kindern im Urwald von Kamerun. Denn er weiß: „Wenn ich nicht soviel Glück gehabt hätte im Leben, würde ich heute auf Märkten in Afrika Plastikeimer oder Klamotten verkaufen.“

Essam kennt die Probleme der 450 Kinder in dem kleinen Dörfchen Boboyo: kein fließendes Wasser, kein Strom, kaum Möglichkeiten zur Schulbildung. „Die Regierung kümmert sich um nichts. Die Dorfbewohner müssen alles selbst in die Hand nehmen.“ Denn der IT-Spezialist ist selbst in einem Urwalddorf - Sangmelimagb - aufgewachsen. Weil seine Eltern ihn als eines von sieben Kindern immer förderten und er eine gute Abiturnote erzielte, erhielt er ein Stipendium: für ein Studium der Biomedizin in Lübeck.

1989 kam er nach Deutschland - und ist bis heute hier geblieben. „Auch die Studiennote war gut und ich erhielt den Job bei IBM“, erinnert sich der fast immer lächelnde Mann. Wegen seiner früheren Frau zog es ihn in die Domstadt. Doch obwohl er Kölsch und Karneval lieben lernte, hat Essam seine afrikanische Heimat nicht vergessen.

Als im Oktober 2004 sein Vater in Boboyo starb, schwor er sich: „Mein Vater hatte viele Hürden zu überwinden, um Beruf und Familie zu organisieren. Jetzt möchte ich etwas für die Dorfbewohner tun.“ Aus seiner eigenen Biographie wusste er: „Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Zurück in Deutschland gründete er den Hilfeverein „ident.africa“. Kollegen und Bekannte waren von den eindrucksvollen Schilderungen begeistert, sammeln seitdem mit ihm eifrig Spenden.

„2006 hatten wir 8000 Euro zusammen. Damit haben wir sechs Hilfslehrer angestellt, Schreibmaterial und Bücher kaufen können.“ Hilfe zur Selbsthilfe. Denn auch wenn die rund 450 Schüler dort sogar bis zur 13. Klasse gehen können, haben nur zirka zehn Prozent die Möglichkeit, eine Universität zu besuchen - die Eltern sind arm. Doch Essam weiß: „Nur wer lesen und rechnen kann, kann sich aus eigener Kraft aus der Armut befreien.“

Damit das Geld auch wirklich komplett ankommt, fliegt Essam einmal jährlich nach Afrika und kauft dort selbst die notwendigen Güter. Am Sonntag, 20. Mai, veranstaltet er mit dem FFC Brauweiler ein Fußballturnier mit großem Rahmenprogramm, bei dem Spenden gesammelt werden. Los geht es ab 10 Uhr auf den Vorwiesen des Rheinenergiestadions.

 www.identafrica.org



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