Erstellt 20.04.07, 18:41h, aktualisiert 20.04.07, 18:43h
"Das ist eine Daueraufgabe", sagt Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU). Der Kampf gegen Fettleibigkeit ist tatsächlich nicht neu. Seehofers Vorgängerin Renate Künast (Grüne) warnte mehrfach vor dramatischen Auswüchsen bei Kindern und Jugendlichen. In einer Regierungserklärung fiel gar das Wort von einer Epidemie. Sport und gesunde Ernährung sollten den Trend umkehren. Künast wollte besonders gegen Fettleibigkeit bei Kindern vorgehen und startete mehrere Kampagnen, um Kinder von fettem Essen oder Schokoriegeln als Schulnahrung abzubringen. Bisher scheinen die Aktionen bei Kindern und Erwachsenen nicht auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein.
Der aktuellen Studie zufolge sind in Deutschland drei Viertel der Männer und mit 59 Prozent fast zwei Drittel der Frauen zu dick. Zu viel Fett, zu viel Bier, zu wenig Bewegung - damit liegen die Deutschen laut Untersuchung nun beim Gewicht gleichauf mit den USA. Als besonders Besorgnis erregend wertet das Verbraucherministerium, dass nach den Angaben mehr als zehn Prozent der Drei- bis Zehnjährigen übergewichtig sind - fast zwei Millionen Kinder. Der Anteil sei im Vergleich mit Daten von 1985 bis 1999 um die Hälfte gestiegen.
Die Bundesregierung hat sich deshalb ehrgeizige Ziele gesetzt. Nach Plänen Seehofers soll bis 2020 die Zunahme von Übergewicht bei Kindern gestoppt werden. Bis dahin soll die Zahl übergewichtiger Menschen in Europa insgesamt zurückgehen. Der Verbraucherminister macht sich für gesünderes Essen stark - in Schulen und Kindergärten, aber auch in Firmenkantinen und Seniorenheimen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) pflichtet ihm bei: All das, was man selbst für den Erhalt seiner Gesundheit tun könne, müsse man auch wirklich tun.
Die Bundesregierung zeigt sich nicht aus ästhetischen Gründen
besorgt über die Zunahme der Zahl übergewichtiger Deutscher. Die
Folgen können nach Ansicht des Verbraucherministeriums künftig zu
drastischen Mehrkosten für das Gesundheitswesen führen. Allein im
Jahr 2003 kosteten Krankheiten, die auch durch falsche Ernährung
verursacht werden wie Herzkrankheiten, Diabetes und Gelenkschäden, in
Deutschland rund 73 Milliarden Euro. Tendenz: steigend.
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