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Kuchen backen, Nachtwache halten, musizieren

Von MANFRED REINNARTH, 06.06.07, 07:19h

„Es gibt bestimmt die eine oder andere Katastrophe, aber das ist normal“, findet Nicole Himmerich. Die 33-Jährige aus der evangelischen Gemeinde Klettenberg hat schon...

„Es gibt bestimmt die eine oder andere Katastrophe, aber das ist normal“, findet Nicole Himmerich. Die 33-Jährige aus der evangelischen Gemeinde Klettenberg hat schon einige Kirchentage mitgemacht. „Aber noch keinen als Gastgeber. Wir haben im Oktober mit einer Fülle von Ideen in einem zehnköpfigen Arbeitskreis mit der Planung angefangen und erst nach und nach begriffen, dass unsere Hauptrolle die des guten Gastgebers sein wird.“ Trotz der zahlreichen Pflichtaufgaben, die der Kirchentag verbindlich vorgegeben hat, gelang es ihrer Planungsgruppe, die von Eberhard Ruppert geleitet wird, drei große eigene Projekte im Kirchentagsprogramm unterzubringen. Darauf ist auch Pfarrer Ivo Masanek stolz, der gleich eine Verbindung zum Kirchentagsmotto sieht: „Lebendig geht es in unseren Gemeindezentren zu: Die Johanneskirche ist Jugendgottesdienstkirche. Das Tersteegenhaus bietet Musiktheater. Kräftig gefeiert wird beim Feierabendmahl für Familien und bei der Beatmesse. Und schärfer noch als sonst sollte man hinhören, wenn unsere Johanneskantorei in St. Maria im Kapitol singt, oder wenn unsere Johannesbläser in der Stadt musizieren.“

In erster Linie haben die Klettenberger aber ihre Kirche und das Gemeindezentrum für Veranstaltungen von Gastpfarreien vorzubereiten und fünf Schulen in Quartiere zu verwandeln. 1300 Übernachtungsgäste sind in den Schulen unterzubringen und zu beköstigen. „Wir haben versucht, auf eigene Faust die ökologischen Anforderungen des Kirchentags zum vorgegeben knappen Budget zu erfüllen, und haben die Geschäfte in Sülz vergeblich abgeklappert. Am Ende haben wir einen Caterer beauftragt und ihm Vorgaben gemacht“, sagt Himmerich. Weitere 140 Gäste kommen bei 73 Gemeindemitgliedern privat unter. Etliche Wünsche nach Privatunterkünften blieben unerfüllt. „Von den 7000 Gemeindemitgliedern machen mehr als 250 aktiv in der Vorbereitung mit. Sie übernehmen Schichten, backen Kuchen, räumen auf, servieren Frühstück, halten Nachtwache oder putzen Klos.“ Die jüngste Helferin ist gerade mal zwölf Jahre alt, der älteste knapp 70. Beide teilen auf dem Messegelände das Abendmahl mit aus.

„Die Schwerpunkte Jugend für die Johanneskirche und Musical fürs Tersteegenhaus haben wir zugewiesen bekommen, wie wir es uns gewünscht hatten“, freut sich Himmerich. „Dabei mussten wir uns wie alle anderen bewerben, und der Kirchentag ist sehr bestimmend. Andere hatten nicht so ein Glück.“ Immer wieder flatterten aus der Kirchentagszentrale Aufträge herein. „Einige unserer Ideen blieben so auf der Strecke. Wir hatten uns Theater mit Behinderten, einen Open-Air-Gottesdienst und eine Serie verschiedener Musikgottesdienste mit Rock, Gospels, Jazz und anderen Stilen gewünscht, aber daraus wurde nichts.“

Schwierig war es, alle verantwortlichen Positionen zu vergeben. „Vor allem bei der Suche nach den Quartiermeistern für die Schulen haben wir uns schwer getan. Da waren wir heilfroh, dass Daniela Lütz und Thomas Pal von der katholischen Gemeinde Sankt Nikolaus die Elsa-Brandström-Schule wieder übernehmen wollten. Die beiden haben das schon beim Weltjugendtag dort organisiert.“



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