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Die Sonne heizt das Wasser im Becken

Von HEINZ-LUDWIG KANZLER, 16.06.07, 07:15h

Seit gestern können sich die Wasserratten wieder im Freibad tummeln. „Normalerweise hätten wir wie jedes Jahr im Mai geöffnet, aber da der Haushalt so spät verabschiedet...

ELSDORF. Seit gestern können sich die Wasserratten wieder im Freibad tummeln. „Normalerweise hätten wir wie jedes Jahr im Mai geöffnet, aber da der Haushalt so spät verabschiedet wurde, war das leider nicht möglich“, sagte Bürgermeister Wilfried Effertz. „Das Personal hat sich stark eingesetzt, damit das Bad jetzt geöffnet werden konnte.“

Effertz und Schwimmmeister Wolfgang Kappes erläuterten, warum Bäder wie das Bedburger früher geöffnet werden konnten. Zum einen hätten die Bedburger nur ein Becken, das so groß sei wie das Nicht-Schwimmerbecken in Elsdorf. Außerdem hätten sie ein Stahlbecken, das schnell gesäubert werden könne. „Wir haben Fliesen, die kaputt gehen können und repariert werden müssen“, sagte Effertz.

Das Befüllen des großen Beckens dauert fünf Tage, einen Tag später war auch das kleine Becken vollgelaufen. Das muss langsam vonstatten gehen, damit das Wassernetz der Gemeinde nicht zusammenbricht. Außerdem ist eine Woche nötig, um die technische Anlage in Betrieb zu nehmen. Hinzu kommen unter anderem die Reinigung der Becken und des Freibades.

Rechtzeitig zur Eröffnung nahmen die Gemeinde und RWE Power gestern die Solaranlage in Betrieb, mit der vier Millionen Liter Beckenwasser beheizt werden. Die rund 720 Quadratmeter große Kollektorfläche wurde auf dem Dach der Umkleidekabinen installiert.

„Zukünftig wird die Sonne ihren Beitrag zu leisten, den Badebetrieb kostengünstig und klimaschonend zu ermöglichen“, sagte Stephan Strunk, stellvertretender Leiter des Tagebaus Hambach. Das Engagement von RWE Power sei ein klares Bekenntnis zum Standort und zeige trotz manch strittiger Themen und unterschiedlicher Herausforderungen die guten nachbarlichen Beziehungen.

Die Solaranlage war durch einen Sponsorenvertrag zwischen RWE Power und der Gemeinde möglich geworden. Darin wurde die Errichtung des so genannten Absorbers geregelt. Im Gegenzug darf RWE Power im Bad eine Werbetafel aufstellen.

Die Solaranlage hat eine Leistung von 480 Kilowatt und spart jährlich rund 225 000 Kilowattstunden ein. Das entspricht laut RWE Power der Energiemenge, die rund 62 private Haushalte jährlich verbrauchen. Effertz betonte, die Gemeinde spare durch die Solaranlage im günstigsten Fall 19 000 Euro Heizkosten, mindestens aber 9500 Euro. Die Baukosten betrugen rund 157 000 Euro. „Leider mussten auch einige Bäume gefällt werden, damit genug Sonnenlicht auf die Kollektorflächen fallen kann“, sagte der Bürgermeister.



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