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Gezerre um die tote Panda-Dame

Von Hans-Rüdiger Bein, 05.06.07, 16:44h

Yan Yan würde sich im Grabe umdrehen: Nach ihrem Tod fordert China einen Schadensersatz von einer halben Million vom Berliner Zoo. Sie sei nicht eines natürlichen Todes gestorben. Nun muss Berlin beweisen, dass es sich um normalen Bären-"Verschleiß" handelte.

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Die verstorbene Panda-Bärin Yan-Yan
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Die verstorbene Panda-Bärin Yan-Yan
Berlin/Peking - Mehr als zwei Monate nach dem tragischen Tod der Pandabärin Yan Yan droht dem Zoologischen Garten Berlin eine Vertragsstrafe von 500 000 US-Dollar (rund 370 000 Euro). Nach Informationen der dpa macht das chinesische Pandazentrum Lou Guan Tai in der Provinz Shaanxi einen Vertragspassus geltend, wonach der Zoo diese Summe bezahlen muss, «wenn Yan Yan eines unnormalen Todes stirbt».

Die Bärin starb am 26. März an einem Darmverschluss nach einer Blutvergiftung und anschließendem Herzstillstand. Sie war 1995 als Leihgabe der Chinesen nach Berlin gekommen und einer der Publikumslieblinge im Zoo.

Bären-Kurator Heiner Klös vom Berliner Zoo bestätigte den Vertragsbestandteil, wies aber die Spekulationen der chinesischen Seite scharf zurück. «Der eindeutige Sektionsbefund ist unterwegs nach China. Yan Yan ist nach bedauerlichem, aber normalem Verschleiß gestorben», sagte Klös am Dienstag. Jahrelang war in Berlin, auch mit künstlichen Besamungen, acht Mal vergeblich versucht worden, für Nachwuchs bei Yan Yan zu sorgen.

Die Direktion des Pandazentrums in China erklärte, ihren Erfahrungen nach sei der Tod der Bärin «unnatürlich» gewesen, denn Yan Yan sei mit 22 «im besten Alter für eine Schwangerschaft» gewesen. Das Pandazentrum, die ursprüngliche Heimat von Yan Yan, verlangt in seiner Erklärung die genaue Aufklärung zur «Todesursache, zur Situation der Bärin vor dem Eintreten des Todes und darüber, wie sich der Zoo das weitere Verfahren bis zur Beisetzung vorstellt».

Heiner Klös, der im Zoo auch für die Betreuung des neuen Publikumslieblings Knut verantwortlich ist, widersprach erneut Spekulationen um den plötzlichen Tod der Bärin. Für Mediziner und Pfleger seien die Folgen der Darmverstopfung erst erkennbar gewesen, als es eindeutig zu spät gewesen sei. Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz hatte vor kurzem ebenfalls deutlich gemacht, der Zoo habe sich «absolut nichts vorzuwerfen». Er selbst habe Yan Yan noch am Samstag vor ihrem Tod «in völlig normalem Zustand gesehen».

Nach dpa-Informationen sehen dies einige Experten der chinesischen Seite jedoch anders. Die Direktion des Pandazentrums Lou Guan Tai kritisierte in einer Stellungnahme auch, dass der Zoo auf drängende Nachfragen aus der Panda-Provinz «mehrfach nicht geantwortet hat und weder über E-Mail noch Telefon korrekt zu erreichen war.»

Zoo-Experte Klös sagte dagegen, in dieser Sache sei nicht das Pandazentrum, sondern das Forstministerium in Peking zuständig und Vertragspartner für Berlin. Der obduzierte Leichnam von Yan Yan befindet sich noch im Berliner Naturkundemuseum. Der Forderung des Forstministeriums, die Tierleiche nach Peking zu bringen, hatte der Zoo-Chef bereits zugestimmt, jedoch Verzögerungen wegen der internationalen Bestimmungen angekündigt.

Nach dem Tod von Yan Yan leben nur noch drei der von Ausrottung bedrohten Tierart in europäischen Zoos - ein Pärchen in Wien und der männliche Panda Bao Bao im Zoologischen Garten Berlin. Er hatte sich zu keinem Zeitpunkt mit Yan Yan vertragen. Bao Bao war ein Geschenk der chinesischen Regierung an den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD).

www.zoo-berlin.de (dpa)



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