Erstellt 20.06.07, 16:59h, aktualisiert 21.06.07, 13:24h
Grund für die Ablehnung könne möglicherweise sein, "dass es von muslimischer Seite in Deutschland, in Köln, keine oder kaum Proteste gibt, wenn etwa Christen in vorwiegend muslimischen Ländern, auch in der Türkei, verfolgt oder getötet werden", sagte Meisner. Es sei Wachsamkeit geboten, dass die Terrains, die Muslimen zur Verfügung gestellt würden - Moscheen und auch andere Räume - "nicht Territorien werden, auf denen sich die Scharia in unseren Graden immer mehr entfaltet, was vom muslimischen Glaubensansatz ganz legitim ist", erklärte der Erzbischof.
Wenn gemeinsame Veranstaltungen mit muslimischen Gemeinden im Kölner Dom auch völlig undenkbar seien, liege ihm "gute Nachbarschaft von Muslimen und Christen in Köln doch sehr am Herzen. Zur Bedingung dafür sagte Meisner: "Da müssen wir wirklich darum bitten und darauf bestehen, dass die Muslime (...) unserer Verfassungswirklichkeit entsprechend ihr Leben gestalten", betonte der Kardinal im Deutschlandfunk. Zugleich verlangte er ein Ende des "Schweigens", wenn es um die Bedrohung von Christen in muslimischen Ländern gehe. Das gelte vor allem für die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB). Bei ihrem Projekt Zentralmoschee müsse die DITIB zudem Transparenz groß schreiben.
Nach der repräsentativen Umfrage, die der "Kölner Stadt-Anzeiger" beim Meinungsforschungsinstitut Omniquest in Auftrag gegeben hatte, befürworten zwar knapp 70 Prozent der 500 Befragten den Bau von Moscheen zur Gottesdienst-Ausübung von Muslimen. Nur 35,6 Prozent sind aber uneingeschränkt für den Bau der Kölner Zentralmoschee mit einer großen Kuppel und fast 55 Meter hohen Minaretten. 31,4 Prozent lehnen das Projekt ganz ab, weitere 27 Prozent wären mit einem Bau in einer kleineren Form einverstanden. Seit Monaten wird heftig über die Großmoschee diskutiert. (dpa)
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