Erstellt 23.07.07, 20:05h
Gute Nachricht gibt es unterdessen aus Düsseldorf. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann teilte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann mit, dass das Land 10 000 Euro für die psychosoziale Betreuung der Bonner Patienten im zweiten Halbjahr 2007 zur Verfügung stelle. Für den gleichen Zeitraum benötigt die Stadt 260 000 Euro für die weitere Behandlung der noch 35 verbliebenen Patienten. Laumann bedauert in seinem Schreiben, „dass es bislang noch nicht gelungen ist, die für eine dauerhafte Behandlung der Studienteilnehmer notwendigen rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen". Damit die Therapie schwerst- und langzeitabhängiger Drogenkranker mit synthetischem Heroin, Diamorphin, dauerhaft und legal erfolgen könnte, müsste das Betäubungsmittelgesetz entsprechend geändert werden.
Mit großer Mehrheit hatte sich der Bonner Stadtrat im Juni für die Fortsetzung der Herointherapie schwerstabhängiger Drogenkranker ausgesprochen. Bonn zählt zu den sieben deutschen Städten, die sich an dem bundesweiten „Modellprojekt zur diamorphingestützten Behandlung Opiatabhängiger“ beteiligten. Der medizinische Träger der Bonner Heroinambulanz, die Uni-Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, hatte aufgrund des Ratsbeschlusses für die Weiterbehandlung mit synthetischem Heroin bis zum 30. Juni 2010 eine Ausnahmegenehmigung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte beantragt und erhalten.
Im März 2002 wurde die zunächst auf drei Jahre angelegte Arzneimittelstudie in Bonn gestartet. Die Studie wurde mehrfach verlängert und endete zum 31. Dezember 2006. Bonn und die anderen Städte konnten noch bis 30. Juni 2007 eine Verlängerung erwirken - in der Hoffnung, dass sich bis dahin eine Gesetzesänderung abzeichnen würde. Diese Hoffnung wurde bislang allerdings enttäuscht. (EB)
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